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Ich gehe wieder viel mehr aus. Und was sehe ich da? Kids. Kids, die ironisch sind. Kids, die nur verarschen. Aber sie können nichts dafür. Natürlich nicht, sie stehen unter immensem Druck in der Gesellschaft, in ihrer Gesellschaft, überall. Deswegen müssen sie alles offensichtlich scheiße finden, damit man ihnen nichts anhaben kann. Trotzdem habe ich in der Freitagnacht gedacht: Fickt euch, ich könnte euch eure Ironie um die Ohren hauen. Dann wurde der Techno lauter und ich habe die Kids vergessen.

Brute Force *† 1992
(Still) *† 1993
Black Embrace * 1993 - † 1994
(Still 2) *† 1994
Truant Co. * 1997 - † 1998
Cosima Fall *† 1999
The Same Minute Twice * 2002 - † 2004
Konvoi *† 2004, 2007, 2008 - 2010
Under Mountain * 2010 - † 2011
(The Discussion Class?) * 2012 -

Meine Taktik wäre folgende: wir bauen jetzt sofort die Mikros auf und spielen einfach hinein. Ich weiß nicht, wann ich das mal ansprechen werde aber ich sollte es tun. Ich will aber auch dieses fragile Schloß aus Ideen jetzt nicht zum Einsturz bringen.
Ich merke, dass ich innerlich schon wieder um diese Idee oder diese Vision kämpfe, die man da verfolgen kann, wenn man so will. Aber ich merke, dass es schon immer und wieder für mich in einer Band um einen Post-/Neo-/Postmodern-Rock geht, das weg von Konventionen will. Ein Zweiter Rock. Geboren ist das alles natürlich schon in meiner Solo-Zeit, aber bandmäßig habe ich nie daran geglaubt, bis The Same Minute Twice in einer bestimmten Phase waren. Knospe, Blüte, Welk, das beschreibt es schon ganz richtig. The legend and the weight that is The Same Minute Twice. Natürlich sind wir nicht an demselben Punkt. Es gibt gar nicht denselben Punkt. Derselbe Punkt ist ein Romantizismus, den es nicht gibt. Ich kann mich als Musiker nicht mehr mit dem Musiker von The Same Minute Twice vergleichen. Das ist Geschichte. Aber ich kann einen Mut vergleichen vielleicht (hunt-hendrixscher courage?) und den spüre ich aufwallen. Kommt mit dem Aufwallen der Kampf? Das wird man vielleicht in der nächsten Woche sehen.

Zwischendurch glaube ich ja immer mal wieder daran, dass etwas von dem von mir Geschriebenen (eher von ITAIPU) vielleicht mal einer größeren Öffentlichkeit über Print zugänglich gemacht werden könnte, aber zwei Mal scheiterte ich schon an den Vorbereitungen dafür bzw. der Kommunikation mit den entsprechenden Stellen.
Einmal - das ist schon ein bisschen länger her - schrieb man mir auf meine Anfrage, ich solle bitte die aktuell an gedruckte Prosa/Lyrik gestellten Anforderungen erfüllen, woraufhin ich nur so dachte WTF?; heute schrieb man mir auf eine persönliche Anfrage die lauter Fragen enthielt, eine Standard-Antwort aus dem Vorlagenmenü. Ich weiß nicht wie ich darauf reagieren soll, dass Empfänger, die ja über meine Lyrik redaktionell entscheiden sollen, nicht einmal eine kurze Anfrage persönlich beantworten können.

Die Edvard Munch Ausstellung in der Schirn Kunsthalle in Frankfurt am Main hat mir neben vielen anderen Sachen eins gezeigt: die Beurteilung des Werks eines Künstlers hängt bei Ausstellungen wohl sehr viel davon ab, welche Werke man als Kurator für eine Ausstellung heranschaffen kann. "Der Schrei" von Edvard Munch wird von keiner Versicherung für den Transport mehr versichert. Demnach wird "Der Schrei" wohl auf keiner Ausstellung außerhalb des Munch-Museums in Oslo oder der Nationalgalerie in Norwegen oder sonstwo mehr auftauchen. Ist "Der Schrei" denn wirklich ein wichtiges Werk von Edvard Munch? Angesichts der fehlenden Mittel, um ein Bild wie "Der Schrei" in Frankfurt am Main präsentieren zu können, würde die Schirn Kunsthalle sagen, nein. Da man in der Vergangenheit so unglaublich viel Wert darauf gelegt hat, die Einzigartigkeit von Werk und Künstler herauszustellen, legt sich das jetzt als doppelte Schlinge um die Veranstalter von Ausstellungen. In der Vergangenheit asymmetrisch bewertet, kein Entkommen in der Gegenwart durch die Nicht-Verfügbarkeit der exklusiven Werke. Neubewertung erfolgt also in Abwesenheit der Werke.

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Frankfurt am Main - keine einzige Bank in normalem Licht zu sehen. Keine Bänker weit und breit. Nichts wurde je gewonnen und auch nicht verloren. Die Stadt ist leer und ruhig.

Heute Nacht habe ich mal wieder von der Schule geträumt. Ich saß im Unterricht, es lag eine jahrelange Pause hinter mir, und wir bekommen einen Biotest zurück, in dem ich eine 5 habe. Nur 44 Punkte habe ich erreicht, als Antwort bei einer Aufgabe habe ich geschrieben: "However, after all these results, they are still one family." Diese Antwort war allerdings falsch.

William Basinski zuhören.

5.

Was mache ich eigentlich, wenn Psychospaltung 10 Jahre alt wird? Vielleicht auch einen Eintrag machen wie diesen hier. Mehr setze ich mir gar nicht als Ziel.
Psychospaltung ist viel über die Jahre geworden, vieles hat sich immer wieder verändert, Posting-Frequenz, Stil, Anspruch, Inhalte, Formen, Besucherzahlen/Leser, und das spiegelt eigentlich ganz gut mich als Autor wider. Durchstrichen von Diskursen könnte man zusammenfassend vielleicht sagen, und das trifft auf das Weblog wie auch auf mich vollkommen zu. Ich wollte mich immer entscheiden und dann eine Linie durchhalten. Vollkommen unmöglich dieser Plan.
Eine Zeitlang dachte ich: Egal was passiert, hier muss ich immer was posten. Aber nein, eben nicht. Auch hier war es zwischendurch sehr leise, und vielleicht wird das auch immer mal wieder so sein. Dann wollte ich das Weblog mal ganz deaktivieren, dann wollte ich mal dies und mal das. Aber dann schrieb ich doch immer mal wieder was rein, entfernte Bilder und leere Beiträge, entfernte Videos, erlaubte Kommentare, dann verbot ich sie wieder. Im besten Falle wird Psychospaltung eine Konstante wie sie mir gefällt: nämlich keine Konstante.

Autorität ist die leerste aller Hüllen. Sie verweist auf etwas, das derjenige, der sie ausübt, auch nicht besitzt: Macht. Der Ausüber besitzt nur das Derivat: Entscheidungsmacht.

Individuen sind von Aussagen durchzogen. Mein Blick würde durch sie hindurchgehen, wenn er nicht an den die Individuen umgebenden Diskursen hängen bliebe.

Sinn steht auf dem philosophischen Speiseplan auf Platz 1. Gleichzeitig ist Philosophieren das Unsinnvollste, und über diese Aussage freuen sich die Materialisten dann. (Funktioniert nur im Kapitalismus.)

Narrative drängen nach vorne. Das Vorne hat aber immer ein Hinten, es folgt also immer eins auf das andere, wobei passiert, dass man "das Erste" wieder vergisst: Narrative haben Leichen im Keller. Bei der Parallelität wird ein Drängeln also eine Reibung sichtbar. Somit wird sichtbar, dass etwas "zustande kommt" und dieses Etwas kann nicht den Anspruch erheben, immer schon dagewesen zu sein. Durch das sexuelle Tabu in der Gesellschaft und die Angst vor dem Tod glaubt der Mensch an das schon immer Dagewesene und möchte Entstehung verdrängen.

Über die kleinen Beispiele (und den großen Rahmen) an einen Diskurs heranzukommen, bedeutet Science in Progress zu betreiben. Indem ich beim Schreiben erst zum Wissen komme, gebe ich zu: Was das Ziel ist, weiß ich nicht und kann ich auch nicht wissen, aber wie man den Weg beschreitet, dass weiß ich oder versuche ich jetzt herauszufinden. Trotzdem geht es natürlich auch über den Weg der Prinzipien zum Wissen, denn oftmals deuten hingeworfene Brocken auf einen größeren Felsen hin.