Geschichte kurz
Er sitzt an seinem Tisch, hat den Kopf in die Hände gestützt und spürt über seinen Rücken kalte Schauer laufen und in seinem Bauch ein Geschwür, das sich wie Säure durch den Magen frisst. Die großen Gefühle der Welt scheinen im Moment Angst und Gewalt zu sein, Niedergeschlagenheit und Terror. Die Menschen sind traurig und auf der kleinen Ebene sind Neid und Eifersucht, Zweifel und Unehrlichkeit an der Tagesordnung. Dazu läuft nebenbei der Alltag ab, und alles was klein ist, wird nicht gesehen und niedergetrampelt. Von damals zu heute ist es ein kleiner Sprung aber doch mehrere tausend Tage und so viele Stunden. Er wartet, dass alles weggeht, doch jetzt beginnt sich ein Gefühl in ihm breit zu machen, das fängt im Herzen an, wandert nach oben durch die Schultern, durch den Hals bis zum Mund und aus seinen Augen quellen Tränen, er schluchzt und weint und denkt, dass er so eine Sehnsucht verspürt, wie noch nie in seinem Leben.
unbekannter Autor.
unbekannter Autor.
16.09.2003, 21:41
/ Geschichte kurz
Die Zeit danach und die Zeit davor, es verschwimmt alles, ich habe ja von neuem angefangen.
In meinem Kopf habe ich das Bild meines Oberkörpers, als würde ich mir gegenüberstehen, und ich taste meinen Oberkörper ab und fühle, dass alles so hart ist, die Brustplatte als Schutz, damit das Herz nicht getroffen wird. Und doch schützt mich gar nichts mehr. Jetzt weiß ich was du meintest als du sagtest, dass dir seit Monaten der Magen schmerzt. Das ist ja die Angst.
In meinem Kopf habe ich das Bild meines Oberkörpers, als würde ich mir gegenüberstehen, und ich taste meinen Oberkörper ab und fühle, dass alles so hart ist, die Brustplatte als Schutz, damit das Herz nicht getroffen wird. Und doch schützt mich gar nichts mehr. Jetzt weiß ich was du meintest als du sagtest, dass dir seit Monaten der Magen schmerzt. Das ist ja die Angst.
25.08.2003, 10:58
/ Geschichte kurz
Sie werden dich entführen und dann wirst du mit den Geiselnehmern sympathisieren und ihre Sprache sprechen und irgendwann deinen Mann vergessen. Du lebst ja gar nicht gefährlich aber ich kann die Gefahr wachsen sehen, noch ein Jahr und du wirst von Geiselnehmern umgeben sein, links und rechts und sie sitzen neben dir und schauen mit dir nach vorne aber sie wissen noch nichts und du weißt es auch nicht. Er möchte dich beschützen, er kann dich nicht beschützen weil du freiwillig mitgehst, weil du mitgehen willst.
Er wird so traurig sein, dich weggehen zu sehen, so traurig.
Er wird so traurig sein, dich weggehen zu sehen, so traurig.
17.08.2003, 18:52
/ Geschichte kurz
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„Sie müssen noch ein paar Tage hier bleiben. Wir wollen noch mehr Untersuchungen durchführen.“
- „Untersuchungen?“
„Ja, und zur Beobachtung auch.“
- „Beobachten.“
„Können sie sich denn an nichts mehr erinnern, was gestern nacht passiert ist?“
- „Nein.“
- „Untersuchungen?“
„Ja, und zur Beobachtung auch.“
- „Beobachten.“
„Können sie sich denn an nichts mehr erinnern, was gestern nacht passiert ist?“
- „Nein.“
07.08.2003, 11:14
/ Geschichte kurz
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Ich laufe einen Marathon ganz alleine. Niemand ist da. Plötzlich kommt jemand neben mich, und sagt Hallo, und ich versuche das Gesicht einzuordnen, ich weiß, ich kenne es, aber im Moment weiß ich nicht, wer es ist. Mein Atem ist aber schneller geworden und der Schlag meines Herzens auch. Die Person läuft jetzt neben mir, schaut auf die Straße und keucht ein bisschen und da fällt es mir ein. Vor fünf Jahren muss es gewesen sein als ich das Gesicht das letzte Mal gesehen habe, wir trennten uns im Streit, mit der Zeit vergaß ich, wie es ist dieses Gesicht zu kennen, ich bekam Angst davor, redete mir aber selber ein, dass ich wüsste, wie es aussieht, ein paar Mal dachte ich sogar, ich würde jemanden kennen, der so ist. Aber jetzt ist dieses Gesicht einfach neben mir, läuft wie selbstverständlich mit, ich kontrolliere meinen Puls, unnatürlich hoch, ungesund hoch. Ich wünschte jetzt, ich wäre lieber alleine, und doch erinnere ich mich auch an die ganzen wundervollen Zeiten, die wir zusammen verbracht haben. Ich könnte mich zur Seite drehen und danach fragen, doch noch keuchen wir beide, die Schuhe machen ein Geräusch, wenn sie auf die Straße prallen. Zwischendurch sehe ich aus den Augenwinkeln die Person mich anschauen, aber es ist mir nicht unangenehm, ich will eigentlich, dass sie mich noch länger anschaut, damit ich auch mal zur Seite schauen kann und unsere Blicke uns treffen.
Ja klar, jetzt fällt mir wieder alles ein und in meinem Bauch macht sich ein komisches Gefühl breit.
„Wie lange bleibst du“, frage ich endlich.
„Ich weiß noch nicht. Ich könnte jetzt eine ganze Weile neben dir herlaufen. So fühle ich mich im Moment. Kann aber sein, dass ich plötzlich schlappmache, und ich weiß nicht, wann wir uns dann wiedersehen.“
Ich streiche mir den Schweiß aus dem Gesicht und möchte eigentlich sagen: „Bleib noch ein bisschen länger bitte.“ Aber ich laufe weiter, ich möchte die Person nicht verschrecken.
Ja klar, jetzt fällt mir wieder alles ein und in meinem Bauch macht sich ein komisches Gefühl breit.
„Wie lange bleibst du“, frage ich endlich.
„Ich weiß noch nicht. Ich könnte jetzt eine ganze Weile neben dir herlaufen. So fühle ich mich im Moment. Kann aber sein, dass ich plötzlich schlappmache, und ich weiß nicht, wann wir uns dann wiedersehen.“
Ich streiche mir den Schweiß aus dem Gesicht und möchte eigentlich sagen: „Bleib noch ein bisschen länger bitte.“ Aber ich laufe weiter, ich möchte die Person nicht verschrecken.
02.08.2003, 18:07
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Ich kann keinen zusammenhängenden Gedanken mehr fassen, weil ich das Gefühl habe, ständig abgelenkt zu sein, also denke ich über etwas nach, merke, dass mich etwas ablenkt, und versuche dann die Ablenkung zu begreifen und auszuschalten, aber das geht nicht, weil selbst die Ablenkung als Nullwert im Vergessen verschwindet.
Das alles soll dann das zerbrechliche Gerüst meines Alltags halten, aus dem selbst die Eckpfeiler wie Routine und Höflichkeit verschwunden sind. Ich renne nicht aufgekratzt und nervös durch die Gegend, seit drei Tagen schlafe ich sehr viel. Nachts acht Stunden, nachmittags drei Stunden, zwischendurch döse ich für eine halbe Stunde ein. Ich kann mir das nur so erklären, dass mein Gehirn die Sicherung rausfliegen lässt für ein bisschen Ruhe.
Das alles soll dann das zerbrechliche Gerüst meines Alltags halten, aus dem selbst die Eckpfeiler wie Routine und Höflichkeit verschwunden sind. Ich renne nicht aufgekratzt und nervös durch die Gegend, seit drei Tagen schlafe ich sehr viel. Nachts acht Stunden, nachmittags drei Stunden, zwischendurch döse ich für eine halbe Stunde ein. Ich kann mir das nur so erklären, dass mein Gehirn die Sicherung rausfliegen lässt für ein bisschen Ruhe.
31.07.2003, 16:29
/ Geschichte kurz
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Nur einmal würde ich ihm richtig weh tun wollen, einmal nur, so dass es ihm richtig schlecht geht. Er kommt zu mir und holt sich seine tägliche Dosis Aufputschfertigmachen ab, zieht sich an mir hoch, in dem er mich runterdrückt. Und was bin ich? Froh, wenn er einmal ernsthaft interessiert scheint. Man müsste es schaffen, ihn sich so ausgeschlossen und so minderwertig fühlen zu lassen, dass er sich endlich ernsthaft die Frage stellt, warum man ihn so behandelt. Ihm gegenüber wütend zu werden oder genervt zu erscheinen hat keine Wirkung mehr, das prallt an ihm ab, dann macht er auf Mitleid, oder er lacht, wie man über ein kleines trotziges Kind lacht, wenn man als Elternteil nicht gelernt hat auch seinen Kindern gegenüber Respekt zu empfinden. Heute nacht träumte ich, ich stände vor ihm, würde an einem Tisch rütteln und schreien: „Du hast mich kaputt gemacht!“
30.07.2003, 18:16
/ Geschichte kurz
Das Zurückkommen wird mir schwer fallen, denke ich und schalte hoch in den 5. Gang, ein kurzer Blick auf das Ortsausgangsschild, Walsrode noch 8 km. Wie habe ich mein Zimmer verlassen, mit einem Blick zurück und etwas unaufgeräumt.
Kurz danach: draußen am Bahnhof scheint mir die Sonne ins Gesicht und ich denke, dass die Wettervorhersage wieder einmal gelogen hat. In der Hand halte ich einen Strassenatlas und ausgedruckt zwei Beschreibungen, eine zum Naturpark Sandheide und eine zum Steinhuder Meer. Da wollen wir hinfahren, vielleicht, konzentrieren kann ich mich auf die Wegbeschreibungen nicht mehr, lege sie zurück ins Auto und gehe, die Hände in den Taschen, auf und ab. Den ganzen Weg über hatte ich die Probe im Kopf, wie machen wir das demnächst, jetzt denke ich nicht mehr daran, schaue noch einmal hoch in die Sonne, drehe mich um, und die Augen spielen mir einen Streich, zaubern eine Person in mein Gehirn, die gar nicht da ist, aber ich rede mit ihr, stottere, verhaspele mich, räuspere mich und bin gar nicht mehr Herr meiner Sinne, völlig unfähig noch irgend etwas zu steuern.
Dieses Gefühl legt sich erst nach einer Viertelstunde, nachdem ich völlig planlos aus der Stadt raus und auf die Autobahn gefahren bin. Nein, hier will ich nicht sein, überhaupt nicht, viel zu laut. Ich plappere die ganze Zeit wie ein kleines Kind und merke, dass ich ihr gar nicht in die Augen schauen kann, vermutlich, weil ich danach nie wieder in irgendwelche Augen schauen will. Ich fahre ab, kenne mich kein bisschen aus, weiß nicht wo ich bin, sehe aber, das links die Straße von wunderschönen Feldern gesäumt ist, da stehen Windräder und da ist ein Weg. Endlich Ruhe, wir steigen aus, gehen los und reden.
Als nächstes sehe ich meine Hände in ihren, mein Gesicht in ihren Augen und alles andere aus mir in ihr. In den nächsten Stunden werde ich immer jünger, wenn man Kind ist, wird man im besten Fall viel geliebt, getröstet und umarmt.
Nachdem ich sie geküsst habe legt sich eine Bitterkeit auf den Tag, er wird dunkler, ich bin unangreifbar aber sie nicht, für sie ist jetzt alles schlimmer.
Sie: „Die Situation macht mich kaputt.“
Ich: „Ich weiß.“
Und damit möchte ich alle Schuld von ihr nehmen, doch das kann ich nicht.
Das Spiel ist aus, der Spaß vorbei, der Tag auch, schade für uns beide, aber jeder hängt wieder eigenen Gedanken nach und überschattet scheint das Ganze vom Kuss, der mich frei gemacht hat, doch wie habe ich sie in die Ecke gedrängt.
Danach verlangt die Umgebung Konzentration, lenken, schalten, Acht geben. Innerhalb weniger Kilometer liegt die Ruhe und gleich daneben eine Uhrzeit.
Danach sehe ich, wie sie sich von mir entfernt, ich fahre rückwärts, in meinem Ohr stellt Thom Yorke die Frage, ob ich denn so ein Träumer sei, dass ich meine, die Welt richtig stellen zu können. Aber ich kann ihm jetzt nicht antworten.
Als Abschied heben wir beide die Hand, danach setzt mir die Erinnerung die Pistole auf die Brust und ich flehe sie an, mich nicht so zu quälen, alle Masken versuchen sich wieder, auf mein Gesicht zu setzen, doch da ist im Moment kein Platz für Masken, versteinert schaue ich durch die Windschutzscheibe auf die Straßen, mein innerer Vocoder lenkt das Auto und ich merke, dass ich den Text mitschreie.
Wieder an dem Haus angekommen auf dessen Klingelschild mein Name steht, sehe ich mich selbst die Tür öffnen und mich fragen: „Wo warst du den ganzen Tag?“
Kurz danach: draußen am Bahnhof scheint mir die Sonne ins Gesicht und ich denke, dass die Wettervorhersage wieder einmal gelogen hat. In der Hand halte ich einen Strassenatlas und ausgedruckt zwei Beschreibungen, eine zum Naturpark Sandheide und eine zum Steinhuder Meer. Da wollen wir hinfahren, vielleicht, konzentrieren kann ich mich auf die Wegbeschreibungen nicht mehr, lege sie zurück ins Auto und gehe, die Hände in den Taschen, auf und ab. Den ganzen Weg über hatte ich die Probe im Kopf, wie machen wir das demnächst, jetzt denke ich nicht mehr daran, schaue noch einmal hoch in die Sonne, drehe mich um, und die Augen spielen mir einen Streich, zaubern eine Person in mein Gehirn, die gar nicht da ist, aber ich rede mit ihr, stottere, verhaspele mich, räuspere mich und bin gar nicht mehr Herr meiner Sinne, völlig unfähig noch irgend etwas zu steuern.
Dieses Gefühl legt sich erst nach einer Viertelstunde, nachdem ich völlig planlos aus der Stadt raus und auf die Autobahn gefahren bin. Nein, hier will ich nicht sein, überhaupt nicht, viel zu laut. Ich plappere die ganze Zeit wie ein kleines Kind und merke, dass ich ihr gar nicht in die Augen schauen kann, vermutlich, weil ich danach nie wieder in irgendwelche Augen schauen will. Ich fahre ab, kenne mich kein bisschen aus, weiß nicht wo ich bin, sehe aber, das links die Straße von wunderschönen Feldern gesäumt ist, da stehen Windräder und da ist ein Weg. Endlich Ruhe, wir steigen aus, gehen los und reden.
Als nächstes sehe ich meine Hände in ihren, mein Gesicht in ihren Augen und alles andere aus mir in ihr. In den nächsten Stunden werde ich immer jünger, wenn man Kind ist, wird man im besten Fall viel geliebt, getröstet und umarmt.
Nachdem ich sie geküsst habe legt sich eine Bitterkeit auf den Tag, er wird dunkler, ich bin unangreifbar aber sie nicht, für sie ist jetzt alles schlimmer.
Sie: „Die Situation macht mich kaputt.“
Ich: „Ich weiß.“
Und damit möchte ich alle Schuld von ihr nehmen, doch das kann ich nicht.
Das Spiel ist aus, der Spaß vorbei, der Tag auch, schade für uns beide, aber jeder hängt wieder eigenen Gedanken nach und überschattet scheint das Ganze vom Kuss, der mich frei gemacht hat, doch wie habe ich sie in die Ecke gedrängt.
Danach verlangt die Umgebung Konzentration, lenken, schalten, Acht geben. Innerhalb weniger Kilometer liegt die Ruhe und gleich daneben eine Uhrzeit.
Danach sehe ich, wie sie sich von mir entfernt, ich fahre rückwärts, in meinem Ohr stellt Thom Yorke die Frage, ob ich denn so ein Träumer sei, dass ich meine, die Welt richtig stellen zu können. Aber ich kann ihm jetzt nicht antworten.
Als Abschied heben wir beide die Hand, danach setzt mir die Erinnerung die Pistole auf die Brust und ich flehe sie an, mich nicht so zu quälen, alle Masken versuchen sich wieder, auf mein Gesicht zu setzen, doch da ist im Moment kein Platz für Masken, versteinert schaue ich durch die Windschutzscheibe auf die Straßen, mein innerer Vocoder lenkt das Auto und ich merke, dass ich den Text mitschreie.
Wieder an dem Haus angekommen auf dessen Klingelschild mein Name steht, sehe ich mich selbst die Tür öffnen und mich fragen: „Wo warst du den ganzen Tag?“
29.07.2003, 00:42
/ Geschichte kurz
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Kurz vor Hamburg stoppte ich den Wagen, stieg aus und sah mir die Stadt aus einiger Entfernung an, das war sicherer. Es war Nacht, die Luft schwülwarm, kein Stern am Himmel, vielleicht würde es bald gewittern. Ich warf meine Zigarette auf den Boden, trat sie aus und scharrte ein paar Mal mit dem Absatz meiner Schuhe auf dem Asphalt; ich war nervös, die Zeit der Entscheidungen war jetzt vorbei, alle Entscheidungen waren getroffen und ich konnte nur noch auf die Konsequenzen warten. Mit Sicherheit würden sie wie Steine einen Abhang über mich hinwegrollen, ein gebrochenes Rückgrat zurücklassen.
Michel hatte gesagt, ich müsse abwarten, gar nicht seinem Verhalten entsprechend, es schien, als hätte ein alter weiser Mann durch ihn gesprochen.
Es hatte in den letzten Wochen Tage gegeben an denen alles normal erschienen war, und dann wieder Tage, die einem Totalausfall glichen.
Ich hörte ein stetiges Rauschen in meinen Ohren, das waren wohl die Geräusche der Stadt, es war auch ein tiefes Summen dabei.
Es ist ein Irrtum zu glauben, mit zunehmendem Alter würde die Intensität der Herzensgefühle abnehmen. Zumindest hatte ich mich geirrt. Vielleicht ist es so, dass sich durch den Alltag bestimmte Mauern um Gedanken und Gefühle aufbauen, die es einem schwer machen aufmerksam eine Entwicklung im Herzen zu verfolgen, doch letztendlich sind das eben nur Ablenkungen, und man wird irgendwann wieder auf sich zurück geworfen.
Als ich endlich die Augen schloss, merkte ich, wie geschwollen sie waren, wie die eines Boxers, der einen langen Kampf hinter sich hat.
Michel hatte gesagt, ich müsse abwarten, gar nicht seinem Verhalten entsprechend, es schien, als hätte ein alter weiser Mann durch ihn gesprochen.
Es hatte in den letzten Wochen Tage gegeben an denen alles normal erschienen war, und dann wieder Tage, die einem Totalausfall glichen.
Ich hörte ein stetiges Rauschen in meinen Ohren, das waren wohl die Geräusche der Stadt, es war auch ein tiefes Summen dabei.
Es ist ein Irrtum zu glauben, mit zunehmendem Alter würde die Intensität der Herzensgefühle abnehmen. Zumindest hatte ich mich geirrt. Vielleicht ist es so, dass sich durch den Alltag bestimmte Mauern um Gedanken und Gefühle aufbauen, die es einem schwer machen aufmerksam eine Entwicklung im Herzen zu verfolgen, doch letztendlich sind das eben nur Ablenkungen, und man wird irgendwann wieder auf sich zurück geworfen.
Als ich endlich die Augen schloss, merkte ich, wie geschwollen sie waren, wie die eines Boxers, der einen langen Kampf hinter sich hat.
24.07.2003, 01:25
/ Geschichte kurz
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Die Willkür mit der sie mir durch ihr Verhalten zeigt, dass ich natürlich mal wieder der kleine dumme Junge bin, tut am meisten weh. Noch vor ein paar Tagen hätte ich nicht gedacht, dass sie jemals so etwas sagen könnte, doch natürlich kann sie das. Wahrscheinlich ist es auch nicht das erste Mal, dass sie so etwas sagt. Meine Freunde haben mich zwar nicht gewarnt, dafür sind sie zu intelligent als mir plump zu sagen, ich sollte vorsichtig sein. Keiner meiner Freunde sagt das. Wenn sie aufgetaucht war, ergriffen alle langsam die Flucht, einer nach dem anderen. Sie strahlt etwas aus, das nur einen Mann in ihrer Nähe zulässt. Bei mehreren Männern könnte ihre Anwesenheit auslösen, dass die Männer sich wie Raubtiere zerfleischen. Jemand tippt mir auf die Schulter und ich erschrecke mich viel zu sehr, mein Freund lacht über mich, zurecht, wieso bin ich eigentlich so nervös, so ängstlich?
Ich will mich selbst schützen und verzichte daher darauf, ihr heute unter die Augen zu treten. Sie würde sich erst vor mich stellen, mit gesenktem Kopf, um eine Passivität vorzutäuschen, dann würde sie mit sanfter Stimme und kurzem Blick in die Augen zu einem Schlag ausholen, der mich unvorbereitet treffen soll. Und er würde mich treffen, na klar, ich hatte mich ihr viel zu weit geöffnet, sie hatte mich herangelockt, durch ganz billige Tricks und ich war wie selbstverständlich all dem gefolgt. Vielleicht am Anfang nur um mal am Rande des Abgrunds zu stehen und hinunter zu schauen. Doch später wanderte ich am Rand entlang, ohne einen Abgrund zu sehen. Ich musste jetzt damit rechnen, zu jeder Zeit und an jedem Ort mit intimen Details meines Gefühlslebens konfrontiert zu werden. Sie würde nicht davor zurückschrecken, immer wieder Worte fallen zu lassen, durch die ich dann gezwungen wäre, auf die Knie zu gehen.
Nachdem sie mich dann zu Boden geschmettert hat, würde sie fröhlich davonziehen, in dem Bewusstsein, mich später mit Blicken noch mehr töten zu können, oder mich durch unterwürfige Gesten in ihre tröstenden Arme zurückholen zu können.
Ich will mich selbst schützen und verzichte daher darauf, ihr heute unter die Augen zu treten. Sie würde sich erst vor mich stellen, mit gesenktem Kopf, um eine Passivität vorzutäuschen, dann würde sie mit sanfter Stimme und kurzem Blick in die Augen zu einem Schlag ausholen, der mich unvorbereitet treffen soll. Und er würde mich treffen, na klar, ich hatte mich ihr viel zu weit geöffnet, sie hatte mich herangelockt, durch ganz billige Tricks und ich war wie selbstverständlich all dem gefolgt. Vielleicht am Anfang nur um mal am Rande des Abgrunds zu stehen und hinunter zu schauen. Doch später wanderte ich am Rand entlang, ohne einen Abgrund zu sehen. Ich musste jetzt damit rechnen, zu jeder Zeit und an jedem Ort mit intimen Details meines Gefühlslebens konfrontiert zu werden. Sie würde nicht davor zurückschrecken, immer wieder Worte fallen zu lassen, durch die ich dann gezwungen wäre, auf die Knie zu gehen.
Nachdem sie mich dann zu Boden geschmettert hat, würde sie fröhlich davonziehen, in dem Bewusstsein, mich später mit Blicken noch mehr töten zu können, oder mich durch unterwürfige Gesten in ihre tröstenden Arme zurückholen zu können.
17.07.2003, 20:13
/ Geschichte kurz
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