Komme mir irgendwie blöd vor, weil natürlich das einzige Wort ist, das mir zu diesem Buch einfällt. Es ist wohl mein Lieblingsbuch irgendwie.
07.04.2003, 22:36
/ Bücher
Wer etwas Wahres über den Sommer lesen will, der sollte es mal hier probieren.
03.04.2003, 12:49
Der Teil der Jugend von heute, der intelligent, aufmerksam, kreativ und nachdenklich ist, sollte sich etwas richtig Krasses ausdenken, um sich von dem „Deutschland sucht den Superstar“ – Teil (und allem was dieser mit sich bringt) der Jugend abzugrenzen.
01.04.2003, 13:04
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Es gibt Leute, die halten mich wahrscheinlich für einen feigen Schwächling, weil ich solche Musik höre. Is mir egal, ist nämlich wunderschön.
01.04.2003, 12:48
/ Musik
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Gestern war in meiner Stammdisco eine sogenannte Revival Party, auf der man versucht hat, den Laden wiederaufleben zu lassen wie er vor 15 bis 20 Jahren mal war. Mitte der 80er hatte er unter einem anderen Namen eine Hochzeit. Durch Mundpropaganda und ein bisschen Werbung hatte sich die Veranstaltung herumgesprochen, und als wir um viertel nach zwölf aufliefen, konnte man schon an den gefüllten Parkplätzen sehen, dass drinnen die Hölle los sein musste, was alle 5 Anwesenden im Auto in großes Erstaunen versetzte. Wir dachten, es würde eh keiner kommen und man würde einen schönen ruhigen Abend bei ein paar Bier verleben, doch insgesamt werden gestern wohl so an die 1000 Leute durch die Disco flaniert sein, drei Stunden vor Schluß war das Beck's alle, 4 Stunden vor Schluß musste die Küche schließen, weil alles restlos weg war. Ich fühlte mich zwischen den Leuten nicht unwohl, obwohl ich wahrscheinlich im Durchschnitt 15 bis 20 Jahre jünger war, doch ein Spruch gab mir zu denken: Als wir den Laden betraten, beeilte ich mich zur Toilette, kam dabei an einer Gruppe älterer Gäste vorbei, die mich - wohl auch aufgrund meines Outfits - etwas sparsam anschauten und als ich gerade an ihnen vorbei war, hörte ich mit dem rechten Ohr: "Jetzt kommt das Jungvolk." Das machte mich wirklich stutzig, weil ansonsten ich immer derjenige bin, der in der Disco steht und denke: Mann, was sind die alle jung.
30.03.2003, 14:52
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Heute abend werde ich mal wieder nachts recht lang weg sein und auch eine recht weite Strecke zurücklegen; als Begleitung werde ich mal wieder einige Alben von Bohren & Der Club of Gore mitnehmen. Es gibt nichts besseres.
27.03.2003, 20:27
/ Musik
ich lebe wieder weg
klarkommen mit der sprache und der sache an sich
an sich der sache klar
sehen was der film hergibt
sagen was ansteht
leben sagen was das soll
himmelblau, grau, tau und schnee
maria, josef und ihr kind, ihr sohn
real, was haben wir hier
schneiden, gehen, fahren, viel und weit weg
geht auf der strasse ein mann und schimpft sich selber zu
wieder zu, wieder zu sein, wieder zu sein und dich
kamera, schnitt, foto, zahlen, ich sehe nichts klar
uhr, zeit, ich habe keine vorstellung
weg, weg, weck mich nicht
ich muß, das mußt du sehen
lampe, rot, leuchten, farbe, haben
essentielle man
nacken tut weh, bauch tut weh,
herr doktor, sie haben mir angst gemacht
der tisch wackelt, weg, zeile für zeile
minus, plus, weg, minus minus minus
ich minus weg gleich plus glück gleich du gleich wieder wie damals
plus prozent plus gehen plus licht plus laut gleich schicksal
geht endlich
wir weg und da sind alle
bei dir sind alle da und dann gehen wir weg und sind so laut und stehen und ziehen und fliegen und träumen und lügen und betrügen
selber sind wir am besten
wie wir die lügen testen
was wir haben, wir geben, wir nehmen, wir lügen doch so sehr
ich lüge dich so sehr
was dann, was haben wir ihr du wir sie auch nicht mehr bestellt
schneiden, jetzt schneiden, tu es, wir haben eine zahl in sicht, eine zahl in sicht
wir wechseln die zahl, wir geben glas rum, wir ziehen die zahl an
fehler, korrigieren, minimieren, gefängnis, gitter, stadt, lichter und ein bus
ich sehe dich
wir gehen weg
wieder weit und weiter
was hat dich so angetan, was sticht dich, was ist in dir, wie kamst du rein
was meinst du
was meinst du damit
klarkommen mit der sprache und der sache an sich
an sich der sache klar
sehen was der film hergibt
sagen was ansteht
leben sagen was das soll
himmelblau, grau, tau und schnee
maria, josef und ihr kind, ihr sohn
real, was haben wir hier
schneiden, gehen, fahren, viel und weit weg
geht auf der strasse ein mann und schimpft sich selber zu
wieder zu, wieder zu sein, wieder zu sein und dich
kamera, schnitt, foto, zahlen, ich sehe nichts klar
uhr, zeit, ich habe keine vorstellung
weg, weg, weck mich nicht
ich muß, das mußt du sehen
lampe, rot, leuchten, farbe, haben
essentielle man
nacken tut weh, bauch tut weh,
herr doktor, sie haben mir angst gemacht
der tisch wackelt, weg, zeile für zeile
minus, plus, weg, minus minus minus
ich minus weg gleich plus glück gleich du gleich wieder wie damals
plus prozent plus gehen plus licht plus laut gleich schicksal
geht endlich
wir weg und da sind alle
bei dir sind alle da und dann gehen wir weg und sind so laut und stehen und ziehen und fliegen und träumen und lügen und betrügen
selber sind wir am besten
wie wir die lügen testen
was wir haben, wir geben, wir nehmen, wir lügen doch so sehr
ich lüge dich so sehr
was dann, was haben wir ihr du wir sie auch nicht mehr bestellt
schneiden, jetzt schneiden, tu es, wir haben eine zahl in sicht, eine zahl in sicht
wir wechseln die zahl, wir geben glas rum, wir ziehen die zahl an
fehler, korrigieren, minimieren, gefängnis, gitter, stadt, lichter und ein bus
ich sehe dich
wir gehen weg
wieder weit und weiter
was hat dich so angetan, was sticht dich, was ist in dir, wie kamst du rein
was meinst du
was meinst du damit
27.03.2003, 20:24
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Mein innerer Schweinehund ist eher so ein Elefantennilpferd.
26.03.2003, 17:45
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Dort steht Michel, ich gehe wortlos auf ihn zu und reiche ihm die Hand. Ich habe Michel noch nie die Hand gereicht, umarmt haben wir uns auch noch nie; vielleicht haben wir uns mal abgeschlagen, aber das muss passiert sein, als wir betrunken waren. Danach reiche ich auch Michels Eltern die Hand und einigen Umstehenden, von denen ich die meisten nicht kenne. Michel sieht unglücklich aus, er hat geweint, und er will mich nicht anschauen als ich ihm die Hand gebe. Seine Eltern allerdings sehen mir in die Augen, und ich kann erkennen, dass sie mich weiterhin als eine Art Mitglied der Familie behandeln wollen, so wie sie es immer getan haben und auch hier auf der Beerdigung. Ich stelle mich zu Christoph und Maik, obwohl ich mich vom Alter her ruhig zu Michels Verwandten stellen könnte. Die ganze Klasse von Michels Schwester ist anwesend und ich kann auch ihren Klassenlehrer erkennen, der zwei oder drei Meter links von mir steht. Über den Friedhof weht ein leichter aber kühler Wind, doch Wolken gibt es keine am Himmel, es ist einfach für eine Beerdigung viel zu sonnig, vor allem ist es für den Oktober viel zu sonnig. Sophies Klassenlehrer nickt mir zu und ich nicke zurück, ich hatte ihn in der fünften und sechsten Klasse in Mathematik, doch das ist nun schon über zehn Jahre her, ich glaube nicht, dass er mich noch kennt. Dann sieht er wieder auf das Loch, das in der Erde klafft und ich schaue ebenfalls dorthin. Neben dem Loch stehen vier Männer, sie werden wohl gleich den Sarg mit Michels Schwester Sophie in die Erde hinablassen und ich kann mich nicht erwehren, heftig zu schlucken und Tränen in mir aufsteigen zu spüren. Unter Alkoholeinfluss werden manche Menschen sehr rührselig. Trotzdem bin ich überzeugt, dass ich auch ohne den sich langsam abbauenden Pegel der vorigen Nacht weinen würde. Ich hatte Michels Schwester gemocht und ein paar Mal versucht, mich in sie zu verlieben aber es hatte nie richtig geklappt.
25.03.2003, 21:06
/ Geschichte kurz
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Arovane "Atol Scrap"
System of a Down "Toxicity"
Placebo "Without you IŽm nothing"
V.A. "Morr Music - Blue skied anŽ clear"
Múm "Please smile my noise bleed"
Thursday "Full collapse"
Taking Back Sunday "Tell all your friends"
Stephen Malkmus & The Jicks "Pig lib"
B. Fleischmann "A choir of empty beds"
Sparta "Wiretap scars"
System of a Down "Toxicity"
Placebo "Without you IŽm nothing"
V.A. "Morr Music - Blue skied anŽ clear"
Múm "Please smile my noise bleed"
Thursday "Full collapse"
Taking Back Sunday "Tell all your friends"
Stephen Malkmus & The Jicks "Pig lib"
B. Fleischmann "A choir of empty beds"
Sparta "Wiretap scars"
25.03.2003, 00:55
/ Musik
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Am nächsten Morgen wachte ich bei Michel im Keller auf, ich war nicht mehr nach Hause gegangen, ich wachte allerdings auch nicht in Sophies Zimmer auf. Als ich mich aufrichtete, kam Michel rein und sagte: „Alles klar? Brauchst du einen Eimer?“ Ich ließ mich zurückfallen, rieb mir die Stirn und sagte: „Nein, danke, alles okay, aber wenn du diese Aspirin Migräne noch hast, dann hätte ich jetzt gerne eine.“ Eine bedeutete zwei Brausetabletten im Aufreißpäckchen. Ich richtete mich erneut vom Sofa auf, stellte die Füße auf den Boden und schnaufte laut. Michel kam mit der Tablette und einem Glas Wasser zurück und drückte beides in meine Hände.
„Hier bitte“ sagte er und setzte sich neben mich. Ich riss das Päckchen auf, und ließ die beiden Tabletten in das Glas fallen. Beim Auflösen fragte mich Michel:
„War Nadine eigentlich gestern sauer, dass du so besoffen warst? Ich meine, weil sie so früh abgehauen ist.“ Er zog sich seine Schuhe an und versuchte einen Überblick zu bekommen, wo er anfangen sollte, aufzuräumen.
„Nein, sie war müde und Jenny und Lisa waren auch schon weg. Aber sauer war sie wahrscheinlich auch.“ Natürlich ließ ich alle Beschwerden darüber, wie langweilig die Party angeblich war, aus.
„Hier bitte“ sagte er und setzte sich neben mich. Ich riss das Päckchen auf, und ließ die beiden Tabletten in das Glas fallen. Beim Auflösen fragte mich Michel:
„War Nadine eigentlich gestern sauer, dass du so besoffen warst? Ich meine, weil sie so früh abgehauen ist.“ Er zog sich seine Schuhe an und versuchte einen Überblick zu bekommen, wo er anfangen sollte, aufzuräumen.
„Nein, sie war müde und Jenny und Lisa waren auch schon weg. Aber sauer war sie wahrscheinlich auch.“ Natürlich ließ ich alle Beschwerden darüber, wie langweilig die Party angeblich war, aus.
25.03.2003, 00:50
/ Geschichte kurz
Als ich 12 oder 13 Jahre alt war, hat dieses Buch mich furchtbar beeindruckt.
25.03.2003, 00:47
/ Bücher
... er sagte zu dem Hubschrauberabsturz zu den Angehörigen...
"we appreciate your sacrifice..."
Mensch, George, das is aber echt total supernett von dir...
"we appreciate your sacrifice..."
Mensch, George, das is aber echt total supernett von dir...
22.03.2003, 04:08
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Also, wenn ich noch einmal
"weapons of mass destruction"
von Rumsfeld oder seinen Kumpels höre...
"weapons of mass destruction"
von Rumsfeld oder seinen Kumpels höre...
22.03.2003, 04:06
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Dies ist für alle die mich kennen, und darüber hinaus für Menschen, die nach Entscheidungen im „Berufsleben“ suchen (oder sich vor ihnen drücken).
Seitdem ich am Donnerstag, den 6. März das Vorstellungsgespräch hatte, denke ich über meine Situation in der Jobwelt nach. Natürlich habe ich schon vorher viel darüber nachgedacht, aber die Situation zwang mich dazu, ganz konkret und verschärft darüber nachzudenken, jeden Tag, jede Stunde, jede Minute. Sechs Bewerbungen habe ich Ende Januar abgeschickt, zwei Absagen bekommen, ein Vorstellungsgespräch (bis jetzt) gehabt und gleich beim ersten Mal klappt es, ich habe die Stelle und könnte sogar sofort anfangen, quer einsteigen.
Bis auf eine Person freuten sich alle in meinem Umfeld; ich habe bestimmt mit einem Dutzend Leuten darüber gesprochen, wahrscheinlich waren es sogar mehr, und alle bestätigten mir, dass das doch eine super Chance wäre, das sollte ich auf keinen Fall abschlagen, so was passiert nicht jeden Tag, Mensch, da sparst du Zeit, is doch cool, andere Leute schreiben 50 Bewerbungen und erhalten nur Absagen, so eine Chance kriegst du nie wieder, denk daran, wie alt du bist, das wird immer schwieriger…
Das einzige, was ich den Leuten sagen konnte, war: wenn alles so supercool ist und ich endlich eine Stelle habe, wieso zur Hölle freue ich mich dann nicht? Wieso bin ich gar nicht glücklich, wieso gar nicht erleichtert, wieso habe ich nur Angst und wieso denke ich nur an andere Sachen?
Leute, die mich näher kennen, meinten zu wissen, dass das wohl an meiner generellen Unentschlossenheit läge, die ich in letzter Zeit an den Tag gelegt hatte, wenn es um Entscheidungen im Berufsleben ging. Sie meinten das nicht böse, sie machten sich halt Sorgen um mich. Das finde ich schön, aber ich frage mich immer, ob sie wirklich daran denken, was das beste für mich ist, persönlich gesehen, seelisch gesehen, herzlich gesehen und ob ich zufrieden bin (wahrscheinlich können sie das gar nicht wissen) oder ob sie daran denken, was das beste für mich sein könnte, arbeitsmartk- und geldtechnisch. Natürlich kann das keiner besser wissen als ich selber. In Zukunft wird es in Diskussionen darum gehen, dass ich doch nur nach Argumenten suche, um mich vor dem Job zu drücken, vor der Herausforderung zu drücken, und vor der Veränderung in meinem Leben zu drücken.
Noch mal: die Leute wollen mir nichts böses, sie wollen mir helfen und ich will ja auch darüber reden.
Zu einem kleinen Teil mag das durchaus so sein, ich habe viel Angst, wenn ich daran denke, in diesen Job zu gehen, aber allein das wäre ein Grund für mich zu sagen, dass ich den Job nicht annehme. „Da muss man durch“, habe ich in letzter Zeit viel gehört, oder die Abwandlung davon: da muss jeder durch. Was ich generell von solchen Entscheidungen denke, dazu komme ich gleich, für mich persönlich habe ich entschlossen: der Job birgt keinerlei Freude für mich, schaffen könnte ich es, aber es würde mir keinen Spaß machen (Mensch, es geht nicht nur um Spaß, höre ich), kaputt gehen würde ich innerlich daran (Das wirst du nicht wissen, wenn du es nicht ausprobierst, höre ich) und geistig verarmen. Für mich alles legitime Gründe, den Job nicht anzunehmen.
Ich stecke in keiner guten Situation, ich bin 25 und stehe praktisch ohne alles da, ein abgebrochenes Studium, das andere nur auf dem Papier; andere Leute sind wesentlich jünger und wesentlich weiter und es ist nicht leicht mit Leuten, die man neu kennen lernt, zu reden, denn vieles dreht sich um den Job, eben das, was man den ganzen Tag so macht. Wenn man da in meinem Alter keine abgeschlossene Ausbildung oder ein sich dem Ende nahenden Studium vorzuweisen hat, steht man ein bisschen dumm da. Es ist schwierig den Leuten zu erklären, dass man trotz allem ja nicht untätig war/ist, dass es ja durchaus Dinge gibt, die man gerne tut, die man gerne vielleicht auch zum „Beruf“ machen möchte, die aber keinen wirklichen Beruf darstellen.
In dem Wort Beruf steckt Berufung, und ich glaube nicht, dass die Jobs, die viele machen, deren Berufung sind. Es gibt eine Menge Jobs, die gemacht werden müssen, für die es keine Berufung gibt, aber ich glaube auch, dass viele Leute mal einen Traum hatten, den sie zugunsten der Vernunft irgendwann nicht mehr beachtet haben. Für mich ist das sehr schwer, und inzwischen glaube ich unmöglich, diesen Traum aus den Augen zu lassen. Ich habe gehört, dass ich auf den Boden der Realität zurückkommen soll, dass ich nun einmal daran denken muss, auf eigenen Beinen zu stehen und das nicht alles so läuft, wie man sich das wünscht und man sich mit dem zufrieden gibt, was einem einigermaßen Spaß macht. Das scheint für mich eine unüberwindbare Sache zu sein. Ich glaube, zu viele Leute haben zu früh aufgegeben, für was sie sich interessiert haben als sie jung waren.
Etwas wichtiges hat mir diese Situation mit den Bewerbungen auf jeden Fall gezeigt. Dass ich, wenn ich meinen anderen „Traum“ verwirklich will – und ich weiß, dass ich es zumindest versuchen muss – das sehr bald geschehen sollte. Sonst wird der Traum in mir versauern, ewig nur ein Traum bleiben und ich werde ständig nur davon erzählen, dass ich eigentlich mal was ganz anderes machen wollte.
Seitdem ich am Donnerstag, den 6. März das Vorstellungsgespräch hatte, denke ich über meine Situation in der Jobwelt nach. Natürlich habe ich schon vorher viel darüber nachgedacht, aber die Situation zwang mich dazu, ganz konkret und verschärft darüber nachzudenken, jeden Tag, jede Stunde, jede Minute. Sechs Bewerbungen habe ich Ende Januar abgeschickt, zwei Absagen bekommen, ein Vorstellungsgespräch (bis jetzt) gehabt und gleich beim ersten Mal klappt es, ich habe die Stelle und könnte sogar sofort anfangen, quer einsteigen.
Bis auf eine Person freuten sich alle in meinem Umfeld; ich habe bestimmt mit einem Dutzend Leuten darüber gesprochen, wahrscheinlich waren es sogar mehr, und alle bestätigten mir, dass das doch eine super Chance wäre, das sollte ich auf keinen Fall abschlagen, so was passiert nicht jeden Tag, Mensch, da sparst du Zeit, is doch cool, andere Leute schreiben 50 Bewerbungen und erhalten nur Absagen, so eine Chance kriegst du nie wieder, denk daran, wie alt du bist, das wird immer schwieriger…
Das einzige, was ich den Leuten sagen konnte, war: wenn alles so supercool ist und ich endlich eine Stelle habe, wieso zur Hölle freue ich mich dann nicht? Wieso bin ich gar nicht glücklich, wieso gar nicht erleichtert, wieso habe ich nur Angst und wieso denke ich nur an andere Sachen?
Leute, die mich näher kennen, meinten zu wissen, dass das wohl an meiner generellen Unentschlossenheit läge, die ich in letzter Zeit an den Tag gelegt hatte, wenn es um Entscheidungen im Berufsleben ging. Sie meinten das nicht böse, sie machten sich halt Sorgen um mich. Das finde ich schön, aber ich frage mich immer, ob sie wirklich daran denken, was das beste für mich ist, persönlich gesehen, seelisch gesehen, herzlich gesehen und ob ich zufrieden bin (wahrscheinlich können sie das gar nicht wissen) oder ob sie daran denken, was das beste für mich sein könnte, arbeitsmartk- und geldtechnisch. Natürlich kann das keiner besser wissen als ich selber. In Zukunft wird es in Diskussionen darum gehen, dass ich doch nur nach Argumenten suche, um mich vor dem Job zu drücken, vor der Herausforderung zu drücken, und vor der Veränderung in meinem Leben zu drücken.
Noch mal: die Leute wollen mir nichts böses, sie wollen mir helfen und ich will ja auch darüber reden.
Zu einem kleinen Teil mag das durchaus so sein, ich habe viel Angst, wenn ich daran denke, in diesen Job zu gehen, aber allein das wäre ein Grund für mich zu sagen, dass ich den Job nicht annehme. „Da muss man durch“, habe ich in letzter Zeit viel gehört, oder die Abwandlung davon: da muss jeder durch. Was ich generell von solchen Entscheidungen denke, dazu komme ich gleich, für mich persönlich habe ich entschlossen: der Job birgt keinerlei Freude für mich, schaffen könnte ich es, aber es würde mir keinen Spaß machen (Mensch, es geht nicht nur um Spaß, höre ich), kaputt gehen würde ich innerlich daran (Das wirst du nicht wissen, wenn du es nicht ausprobierst, höre ich) und geistig verarmen. Für mich alles legitime Gründe, den Job nicht anzunehmen.
Ich stecke in keiner guten Situation, ich bin 25 und stehe praktisch ohne alles da, ein abgebrochenes Studium, das andere nur auf dem Papier; andere Leute sind wesentlich jünger und wesentlich weiter und es ist nicht leicht mit Leuten, die man neu kennen lernt, zu reden, denn vieles dreht sich um den Job, eben das, was man den ganzen Tag so macht. Wenn man da in meinem Alter keine abgeschlossene Ausbildung oder ein sich dem Ende nahenden Studium vorzuweisen hat, steht man ein bisschen dumm da. Es ist schwierig den Leuten zu erklären, dass man trotz allem ja nicht untätig war/ist, dass es ja durchaus Dinge gibt, die man gerne tut, die man gerne vielleicht auch zum „Beruf“ machen möchte, die aber keinen wirklichen Beruf darstellen.
In dem Wort Beruf steckt Berufung, und ich glaube nicht, dass die Jobs, die viele machen, deren Berufung sind. Es gibt eine Menge Jobs, die gemacht werden müssen, für die es keine Berufung gibt, aber ich glaube auch, dass viele Leute mal einen Traum hatten, den sie zugunsten der Vernunft irgendwann nicht mehr beachtet haben. Für mich ist das sehr schwer, und inzwischen glaube ich unmöglich, diesen Traum aus den Augen zu lassen. Ich habe gehört, dass ich auf den Boden der Realität zurückkommen soll, dass ich nun einmal daran denken muss, auf eigenen Beinen zu stehen und das nicht alles so läuft, wie man sich das wünscht und man sich mit dem zufrieden gibt, was einem einigermaßen Spaß macht. Das scheint für mich eine unüberwindbare Sache zu sein. Ich glaube, zu viele Leute haben zu früh aufgegeben, für was sie sich interessiert haben als sie jung waren.
Etwas wichtiges hat mir diese Situation mit den Bewerbungen auf jeden Fall gezeigt. Dass ich, wenn ich meinen anderen „Traum“ verwirklich will – und ich weiß, dass ich es zumindest versuchen muss – das sehr bald geschehen sollte. Sonst wird der Traum in mir versauern, ewig nur ein Traum bleiben und ich werde ständig nur davon erzählen, dass ich eigentlich mal was ganz anderes machen wollte.
21.03.2003, 16:06
... möchte ich darauf hinweisen, dass es immer einen Unterschied zwischen Regierenden und Bevölkerung gibt, und dass ich trotz Krieg immer noch viel Gefallen an Amerikanern finde, nicht allerdings an den Regierenden! Bush % Co. haben jetzt auf jeden Fall ganz schön viel Dreck am Stecken, und wenn das Gebombe endlich vorbei ist, wird man sehen, was sie eigentlich vorhatten.
20.03.2003, 13:36
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