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Im Kino (gewesen)

Bei diesem Film den Plot schon vorher zu kennen, ist wirklich doof. Hätte ich es nicht gewusst, dass.. na ja ihr wisst schon was, wäre der Film noch besser gewesen. Gut war er sowieso schon, da Filme aus Hollywood, die Wert auf die Geschichte und deren Erzählung setzen, nicht so oft so gut sind. Johnny Depp ist sowieso gut, und John Turturro auch. Johnny Depp fügt auch dieser Rolle (wie sehr auffällig in „Fluch der Karibik“) eine eigene Note hinzu, die einen Film aus Hollywood, der anders sein will, erst anschaubar macht.
Ich kann irgendwie immer noch nicht auf diese ganzen Anspruchsfilme, erst letztens hab ich auf 3sat einen Film von Lars von Trier gesehen, der mich so dermaßen angekotzt hat...! Deswegen muss ich immer noch auf die wenigen Ausnahmen im Kino ausweichen, die die Gratwanderung zwischen Popcorn und Müsli beherrschen.

Jedes Mal wenn ich im Kino sitze und der Film anfängt, denke ich daran, wann und wo und zu welchem Feiertag dieser Film im Fernsehen laufen wird. Und auch als ich die "Herr der Ringe" Filme im Kino sah, dachte ich: "Im nächsten Jahr läuft der nächste Teil. Wo werde ich dann sein? Was wird dann mit mir sein? Wie werde ich mich fühlen? Werde ich den Film in Ruhe schauen können, oder werden Sorgen mein Hirn zermartern?"

Mystic River will viel und kann doch fast gar nichts. Für diese ganzen wundervollen Schauspieler waren leider viel zu wenig gute Dialoge vorhanden. Man erfährt trotz der Länge des Films zu wenig über die drei Hauptdarsteller und sieht zwischendurch viel zu oft einen Abziehbildchen-Laurence Fishburne, der gar nicht mal so witzig ist, wie er glaubt. Sean Penn hat für diesen Film den Oscar nicht verdient, er war hier unterfordert, Tim Robbins hingegen war wirklich überwältigend. Der Plot des Films wirkt zum Schluss ärgerlich, dazu hat man von den beiden Jungs einfach zu wenig mitbekommen.

Ben Affleck weiß gar nichts. Außer dass er sich einen Umschlag voll Krams geschickt hat, mit dem er nichts anzufangen weiß. Streichhölzer, Sonnenbrille, Feuerzeug, Büroklammer, Patrone, Kreuzworträtsel usw. Ein Müsli und ein Brettspiel waren, glaub ich, auch noch dabei. Seine erste Begegnung mit Uma Thurman muss eine Hommage an einen alten ganz ganz tollen Kultfilm sein, ansonsten kann ich mir die dämliche Kameraeinstellung nicht erklären, mit der Ben Afflecks Hackfresse abgefilmt wird. Auch Uma Thurmans Schulmädchenlachen ist nicht echt. Ben Affleck hat ähnlich wie Steven Seagal für jede Gefühlsregung die gleiche Mimik auf seinem Gesicht. Ben Affleck hat also keine Erinnerung an die letzten 3 Jahre seines (Filmcharakter-)lebens und wird vom FBI und den beiden Bösen von Allcom gejagt, die ihn irgendwas haben entwickeln lassen und danach seine Erinnerung löschten. Ziemlich schnell findet er mit seinem Kumpel Shorty heraus, dass er eine Maschine gebaut hat, die durch eine Linse, die um die Krümmung des Universums herumschaut, in die Zukunft blicken kann. Er selbst hat seinem nichtswissenden Ich der Zukunft Hinweise darauf geschickt, dass diese Erfindung dazu führt, dass sich die Menschen selber zerstören werden. Also muss er die Maschine wieder kaputtmachen.
John Woo lässt wieder Vögelchen durch die Luft fliegen, Autos in die Luft gehen und Ben Affleck kriegt auch was auf die Schnauze. Dabei wird die (gute Idee der) Geschichte ziemlich außer Acht gelassen. Leider. Denn die Filme nach den Vorlagen von Philip K. Dick sind bis jetzt richtig gut gewesen. Blade Runner. Total Recall. Minority Report. Bitte castet Ben Affleck für keine Filme mehr. Der kann nichts. Wirklich gar nichts. Der hat ja schon die Kevin Smith Filme verschlimmbessert.

Die Grundidee des Films war wirklich schön. Schade, dass den Drehbuchautoren nicht genügend gute Dialoge eingefallen sind. Ich habe wirklich durch „Vanilla Sky“ und „Minority Report“ Gefallen an Tom Cruise gefunden, und sein Spiel hat mir auch in „The last Samurai“ gefallen. Aber es wurden ihm dämliche Plattheiten getarnt als Weisheiten in den Mund gelegt… Während er auf dem Schiff nach Japan reist, wird ihm klar, dass „es keine Vergangenheit und Zukunft gibt, nur die Unerbittlichkeit der Gegenwart.“ Ja, genau.
Während seiner Spaziergänge durch das Samurai Dorf fällt ihm dann auf, dass „dieser Ort eine gewisse Spiritualität ausstrahlt“. Nee, also.
Die Dialoge zwischen ihm und Katsumoto (oder so ähnlich) waren wirklich schön, auch sämtliche Schauspieler neben Tom Cruise waren wirklich super. Bleiben noch zwei Dinge zu sagen: 1. genau wie bei „Herr Ringe“ war mir das Ende viel zu lang gezogen und so was von übertrieben pathetisch. 2. das waren mit Sicherheit die am besten choreographierten Kampfszenen, die ich je gesehen habe. Auch die Schlacht zum Schluss war wirklich sehr beeindruckend.
Man geht wirklich äußerst gespalten aus dem Kino. Man möchte gerne noch viel mehr von den Samurai sehen und hören, und mag doch nicht noch mehr Plattheiten ertragen.

Es fällt vielen Menschen (nicht nur Jugendlichen) sehr schwer, im Kino so etwas wie Ergriffenheit, Erstaunen oder Begeisterung in einem gesunden Maß zu zeigen. Bzw. kriegt man es immer mit, wenn so eine Reaktion überspielt wird. Durch Kommentare, lautes Husten, in der Jacke fummeln u.ä. Wer die ganze Zeit heult oder "Oh" und "Ah" schreit, kann auch nicht ganz richtig sein; wer aber andauernd "Hohoho" macht, wenn Gewalt ausgeübt wird oder Blut fließt, und "Bäh...hehe" wenn sich zwei Menschen küssen, gehört des Saales verwiesen.

Popcorn schmeißen macht immer noch Spaß.