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Es gab in meiner bisherigen Musikerfahrung kaum ein Erlebnis wie die beiden Live-Konzerte von Liturgy im AJZ in Bielefeld. Beim ersten Mal hatte ich noch keinen Ton der Band je gehört und auch die Bandmitglieder nie gesehen. Als sie dann die Bühne betraten, dachte ich die Roadies bauen jetzt die Instrumente auf und machen Soundcheck. Aber es waren nicht die Roadies. Sie hingen sich ihre Instrumente um bzw. setzten sich hinter das Schlagzeug, schauten sich ein paar Sekunden an und was dann passierte, werde ich meinen Lebtag nicht vergessen. Es brach eine Welle aus Krach aus den Lautsprechern der PA und von der Bühne über die 30 Zuhörer herab, die zur gleichen Zeit unglaublich intensiv und melodiös und doch extrem hart war. Dazu schrie der Sänger Hunter Hunt-Hendrix wie bei lebendigem Leibe verbrannt in das Mikro, blieb aber selbst vollkommen ruhig in der Gestik, ganz im Gegenteil: er schaute wie verträumt ein wenig zur Decke hinauf. Liturgy kommen vollkommen ohne Black Metal Attitüde aus und haben nur den Sound dieses Genres kultiviert und weiterentwickelt. Die Live-Konzerte waren eine körperliche und geistige Erfahrung gleichermaßen. Der Drummer Greg Fox ist leider nicht mehr Teil der Band, ihn habe ich bei beiden Konzerten als einen unverzichtbaren integralen Bestandteil des gesamten Kunstwerks Liturgy empfunden, vor allem weil er ja den von Hunter Hunt-Hendrix propagierten Burst Beat umgesetzt hat. Liturgy prägen so den Post Black Metal oder die Dritte Welle des Black Metal ganz maßgeblich mit, stehen vielleicht sogar dort an der Spitze.