Es ist schwer, den ersten hörbaren Song von Jónsis bevorstehendem Solo-Album nicht zu mögen. Hier hat man die Möglichkeit, komprimiertes und gehaltvolles Songwriting zu hören, klar und nah aufgenommen und eine andere Richtung einschlagend als es letztes Sigur Rós-Album getan hat, oder noch viel schlimmer: die sinnlos mäandernden Riceboy Sleeps. Aber trotzdem wird Jónsi den Gestus der zurückliegenden Alben seiner anderen Projekte und der Hauptband nicht los, was ja auch nicht schlimm wäre, käme das alles nicht so unneu daher. „Boy Lilikoi“ klingt frisch und wohltuend unamerikanisch, um mal das allgegenwärtige verträumte ätherische Surf-Pop-Gitarrending zu erwähnen. Jónsis Musik ist im Prinzip unverortbar, die Wurzeln liegen verstreut herum und er pickt sich hier und da das Beste heraus, dennoch hört man Sigur Rós irgendwie heraus. Und damit ist das unneue gemeint. Seit Jahren macht die Band aus Island und jetzt auch Jónsi solo immer den gleichen Raum auf und lässt uns herein, um zuzuhören. Es wird immer die gleiche Soundsprache gesprochen, mal zerfaserter, mal zusammenhängender. Es scheint, als wäre Jónsi primär von sich selbst inspiriert und das ist auf Dauer wie ein Luftballon voller... ja, Luft.
04.12.2009, 22:13
/ Musik
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Gestern dann den ganzen Tag über in Köln gewesen. Zuerst den Kölner Dom besucht und beeindruckt gewesen vom farbigen Licht der Fenster, das durch die Sonne an die Wände und Säulen des inneren Doms strahlt. Dann zum Museum Ludwig und völlig überraschenderweise auf mein Lieblingsgemälde von Salvador Dalí gestoßen, den Bahnhof von Perpignan. Dieses Gemälde ist überdimensional groß, viel größer als ich es mir vorgestellt habe. Es ist unglaublich beeindruckend, so dass man allein vor diesem Gemälde eine halbe Stunde sitzen kann. Bei all den anderen Exponaten im Museum Ludwig ist es dann schwierig, aufnahmefähig zu bleiben. Anders gesagt: dort hängen viel zu viel Klassiker, als dass man diesen in einem Besuch gerecht werden könnte. Picasso, Immendorff, Rauschenberg, Warhol, Lichtenstein, Dalí, Magritte, Ernst, Kokoschka, Pollock, Hanson, eine Sonderausstellung zu dem Werk von Harun Farocki und die ganze fotografische Sammlung. Unmöglich, das alles anzuschauen und aufmerksam zu bleiben. So lief ich zuerst zum Bahnhof von Perpignan, da ich mich ansonsten auf nichts anderes hätte konzentrieren können. Dort bewunderte ich dann die Wunde in/am Jesus/Bild/Gemälde, den Holzschuh, das Boot auf dem Wasser im verschwommenen Horizont und das Leuchten des vierstrahligen Korridors, das auf die Lok und alles andere strahlt. Dann die Installationen von Farocki: Bilder- und Videoaufnahmen von Robotern für Roboter, z.B. Das auf der documenta12 ausgestellte "Deep play". Ich hab also viel gelernt gestern, nur nicht wirklich was für die BA-Arbeit. Weiter gelernt habe ich dann bei der Harald Schmidt Show im Studio 449, in der 1. Reihe. Es gibt ein Qualitätsfernsehen, und das heißt "Harald Schmidt Show". Ich will schon seit Jahr und Tag etwas langes über ihn schreiben und schaffe es doch nie. Dabei ist es ganz einfach: Harald Schmidt stellt sich in den Dienst einer Idee, und die lautet: Diskursbruch, an allen Fronten. Kein Moderator ist so Strukturalist wie Harald Schmidt und das ist schon seit 8 Jahren gut. Da also auch nochmal was gelernt, aber auch nichts so richtig für die BA-Arbeit. Vorgabe für heute:
04.12.2009, 10:56
/ Σχολείο
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Wenn ich Gedichte vorgelesen höre, so sträuben sich mir die Haare. Denn was geschrieben ist, kann nicht gesprochen werden, als wäre es vom Sprecher laut selbst gedacht. Dass Geschriebenes Geschriebenes bleibt, auch wenn es laut ausgesprochen wird, vor oder nach dem Schreiben, muss sich jeder Hörbuch- oder Gedichtevorleser klar machen.
02.12.2009, 17:22
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KONVOI lebt seit einger Zeit wieder auf, und unlängst ist M. mit eingestiegen, der damals bei TSMT ausgestiegen war/rausgeworfen wurde. Die Geschichte ist also folgende: Im Frühjahr/Sommer 2004 gründen sich KONVOI in der Besetzung F., A. und ich mit dem Bestreben ein paar Aufnahmen zu machen, bis ich dann wegziehe. Es kommt zu den „Städte“-Aufnahmen, wobei nur einer der Songs ein halbwegs kontrollierter ist: Miami. Die anderen sind improvisiert. Es wird ein paar Mal geprobt und dann ist das Ganze auch schon wieder vorbei. Vereinzelt finden in den Jahren danach Jams mit KONVOI statt, aus denen weitere Aufnahmen hervorgehen. Seit dem Sommer 2009 wird wieder regelmäßig geprobt, mit der Prämisse ein wenig hin zum geregelten Songwriting zu gehen. Seit Anfang November ist nun M. festes Mitglied und manchmal läuft es dadurch besser, die Reibungen sind aber auch mehr geworden. Vor allem seit wir echte Songs schreiben wollen, merken wir, dass wir das gar nicht gewohnt sind und daher auch erstmal nicht können. Geplant ist jetzt erst einmal bis Ende Januar, da F. dann für lange Zeit das Land verlässt. Eigentlich wollte ich es vorantreiben, weiter an Songs zu schreiben und zu arrangieren, allerdings fällt es mir schwer, die Zeit mit Songschreiben zu verschwenden, wenn wir eh nicht mehr so viel Zeit haben... Vielleicht doch lieber unsere Improvisationsstärke ausspielen und so viel gutes Material abschöpfen wie es nur geht. Gestern stand dann mehr oder weniger bei einer Listening-Session von A. und mir der Wunsch, alte TSMT-Songs zu rejuvenieren. Nächste Probe abwarten und dann besprechen.
02.12.2009, 12:58
/ Probe Objektiv
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Sollte eigentlich schon gestern starten, und heute habe ich auch noch nichts zu sagen, aber schon mal die Erkenntnis gehabt: wenn ich nichts mache, wird das auch nichts. Am 10. Dezember findet das erste Kolloquium statt, und bis dahin muss die Literaturrecherche gelaufen sein, die These (also die Frage) stehen und die Filmauswahl getroffen sein. Titel der Arbeit bis jetzt: Das Licht in den Science-Fiction-Filmen Steven Spielbergs.
Statt anzufangen gestern erst einmal SoF2 weitergespielt, bis zu dem geilen Schweiz-Level, danach eine Rezension zu Pg.Losts neuem Album geschrieben und ansonsten auch nicht viel hinbekommen.
Statt anzufangen gestern erst einmal SoF2 weitergespielt, bis zu dem geilen Schweiz-Level, danach eine Rezension zu Pg.Losts neuem Album geschrieben und ansonsten auch nicht viel hinbekommen.
02.12.2009, 12:22
/ Σχολείο
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Wusstest du, dass es Musik gibt, die dafür gemacht ist, dass man sie nicht zuende hört?
23.11.2009, 15:26
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Mit meinem neuen Tintenroller schreib ich als erstes: Tintenroller.
20.11.2009, 13:43
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Das direkt zu Verstehende ist wesentlich ablenkender als das vermittelt - über einen Umweg gehende - zu Verstehende. Versuche ich also mich mithilfe meiner mir gegebenen Sinne auf etwas zu konzentrieren, wird mich die abstraktere Sprache der Musik wesentlich weniger ablenken als leise - und vielleicht auch gar nicht - zu verstehende Stimmen. Obwohl in der Musik auch gesungene Sprache vorkommt, reicht diese Veränderung von Verständlichkeit schon aus, um durchzusickern, durch das Raster des unmittelbar Verstehens zu fallen.
20.11.2009, 13:19
/ Σχολείο
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Ich schreibe, wenn ich schreibe.
18.11.2009, 18:12
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(Jetzt ist mein Weblog zwar aufgeräumt, aber ja auch irgendwie unvollständig. Ich habe gerade ein ganz komisches Verhältnis dazu.)
14.11.2009, 15:48
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Country?
- Das ist Bob Dylan.
- Das ist Bob Dylan.
12.11.2009, 22:11
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Große Abspeckungswochen: habe gerade 5 MB Bilder (so 200 oder so) gelöscht. Könnten einige Beiträge jetzt einfach leer sein...
12.11.2009, 22:08
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Ach du Scheiße, heute ist ja Karnevalsanfang.
- Ja, und zwar in 10 Minuten.
- Ja, und zwar in 10 Minuten.
11.11.2009, 11:02
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Captain Trips, ich sag's euch.
10.11.2009, 10:08
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Gleichlaufschwankungen.
09.11.2009, 23:59
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Zerstreuen und zusammenführen.
08.11.2009, 17:57
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