Wie zuerst bei Radiohead und immer noch laufend bei Portishead, nun auch bei Sigur Rós eine dreiteilige Rezension, wobei ich jetzt bei Sigur Rós schon auf eine Single und ein Video zurückgreifen kann.
Sigur Rós‘ neues Video und dazugehörige Single „Gobbledigook“ weist für alle Fans und Neuhörer auf die Richtung, in die es bei kommendem Album “Með Suð Í Eyrum Við spilum Endalaust” gehen wird. Freiheit. Eine vermeintliche Freiheit, wie mir scheint. Aber bevor ich zur versuchten konstruktiven Kritik komme, erst einmal das Lob. Die Sammlung „Hvarf/Heim“ erscheint nach mehrmaligem Durchhören weitaus ergiebiger und tiefgängiger als vorerst angenommen. Die Geschichte guter Songs und das seltene Label, eine Band zu sein, die wie niemand anders klingt, ist einfach zu außergewöhnlich, als dass man Sigur Rós ob eher schwachem letzten Album und danach herausgebrachter Neuverwertung alter Songs in Vergessenheit geraten lassen könnte. Sigur Rós sind für die alternative Community (ein Begriff, den ich eigentlich niemals aus dem Kreise Angehöriger an die Öffentlichkeit steigen lassen wollte) einfach viel zu wichtig. Auch deswegen die Entscheidung, hier eine dreiteilige Rezension zu versuchen. Sigur Rós‘ Veröffentlichungspolitik in der letzten Zeit erscheint mir immer mehr ausgeklügelt und dem aktuell gängigen Modell "Es laden ja eh alle illegal Musik also müssen wir versuchen durch neue Verkaufsmodelle die Leute animieren doch irgendwie irgendwann Geld auszugeben" zu entsprechen. Sigur Rós bedienen die ganze Palette der Wertschöpfungskette. Sie bringen sowohl CDs als auch DVDs in mehreren Versionen heraus, agieren neben der Musik auch sehr stark auf dem audio-visuellen Markt, indem sie produktionstechnisch hochwertige Musikvideos veröffentlichen und zuletzt auch noch filmisch mit „Heima“ in Erscheinung traten; dabei vermitteln sich gleichzeitig stark ihre Weltanschauung und transportieren ein ganzes Lebensgefühl. Die Erhaltung und Schönheit der Natur/des Natürlichen scheint dabei in den Vordergrund gerückt zu sein. Dem entgegen poltert die angebliche Verschwendung und auf Kapital ausgerichtete Gesinnung des Kapitalismus, niemals expliziert erwähnt, aber doch im Bewusstsein vieler vor allem westlicher Fans präsent. Dabei bedienen sich Sigur Rós aber durchaus kapitalistischer Distribution, um ihre Kunst der Welt zu zeigen, wenn diese auch gleichzeitig die Wege der Kunst sind. Kann Kunst trotz kapitalistischer Distribution subversiv sein? Das bleibt zu diskutieren.
Könnte man ja auch irgendwie außer Acht lassen, wenn hier besprochenes neues Video nicht so explizit auf ein Lebensgefühl abzielen würde. In dem von Arni & Kinski gedrehten und von Ryan McGinley inspirierten „Gobbledigook“ sucht eine Gruppe hübscher nackter Jugendlicher die Freiheit in der Natur, und findet sie auch, was man aus ihrem Verhalten schließen kann. Ohne narrative Struktur wird in „Gobbledigook“ gezeigt, dass man sich in der Natur – im Wald, am Strand – nackt am besten fühlt; ausgelassen und losgelöst toben die Jugendlichen herum, probieren aus, wie es ist, die Natur am Körper zu fühlen, den Boden, die Erde, das Wasser, das Laub. Sie bemalen sich, tanzen und springen herum und probieren den Raum der Natur aus; schwingen an Schaukeln hin und her, sind im freien Fall – von wo nach wo bleibt offen – zu sehen. Die Freiheit führt auch zu sexueller Freiheit, wie durch zwei küssende und sich auf dem Waldboden wälzende Jugendliche angedeutet wird. Bei dem Ganzen stößt mir nur eines übel auf: wo sind eigentlich die Jugendlichen, die nicht so einen schönen Körper haben wie die im Musikvideo Abgebildeten? Können die sich eigentlich auch so frei in der Natur bewegen, wenn sie wollten? Oder würden sie ob ihres Nicht-in-die-Norm-Passens vielleicht weniger freundlichen behandelt werden? Nun könnte man sagen: dass Sigur Rós nicht auf gängige Schönheitsideale achten, konnte man in den Musikvideo zu „Svefn-G-Englar“ deutlich sehen. In gewisser Weise würde dies auch durch die Homosexualität in „Viðrar Vel Til Loftárása“ deutlich. Aber gerade das macht die Entscheidung zum aktuellen Video für mich so unverständlich. Auf was wird hier gedeutet? Welche Freiheit soll hier vermittelt werden? Das Plattencover zum Album scheint hier ein wenig Nachhilfe zu geben. Vier nackte Jugendliche, drei Männer und eine Frau, kreuzen im Sprint eine Autobahn. Sie scheinen den Moment der Lücke auf der Autobahn zu nutzen, um sie zu überqueren. Inwiefern hier maßgeblich ist, dass die Frau an der Spitze der Gruppe läuft, soll außer Acht gelassen werden. Ins Auge sticht für mich, dass hier die Natur, angedeutet durch die Nacktheit die Technik/die Zivilisation/die Gesellschaft kreuzt. Das alles geschieht in einem Akt der Revolution, angedeutet durch den Sprint. In der Geschwindigkeit kann die Menschheit nicht mit der Technik mithalten, sie kann sie aber durch die eigene Geschwindigkeit nachahmen und durch das Erkennen der Lücke das Ziel erreichen, die von dem Fortschritt besetzte Natur zurückzuerobern. Und so erobern sich die Jugendlichen in dem Musikvideo zu „Gobbledigook“ auch die Natur und die Freiheit zurück. Ein wenig wie besessen benutzen sie Äste als Trommelstöcke und wühlen im Laub herum, als wirke allein diese Handlung wie eine Droge. Soll hiermit auf einen Befreiungszustand gewiesen werden, der auf die aktuelle Situation in der Gesellschaft reflektiert, man wäre durch Markenkleidung und Mode in einem ständigen Zwang sich anzupassen und dadurch unterdrückt, so sei Sigur Rós verraten, dass sie mit ihrer Gegenbewegung die gleiche Gefangenschaftssituation in grün abliefern. Die Nacktheit wird keine Missstände abschaffen. Sie erschafft die gleichen Ungleichheiten wie eine angezogene Gesellschaft. Und eine nackte Gesellschaft in der Natur steht einer angezogenen Gesellschaft in der Zivilisation wie ein Spiegelbild gegenüber. Einzig und allein drei kleine Hinweise auf einen Bruch lassen an dieser blauäugigen und hippieesk verklärten Vorstellung der Welt noch den Gedanken an eine Parodie auf diesen Traum der Freiheit. Sollte die Gruppe Jugendliche auf einen Garten Eden hinweisen, so darf sie nicht Filterzigaretten rauchen, in Schuhen auf den Baumstämmen balancieren oder fein ausrasierte Schambehaarung zur Schau stellen. Bezieht man diese deutlich sichtbaren Elemente mit ein, und das muss man fast, kann man glauben, dies sei ein schöner Traum von der Zivilisation verhafteten Ausbrecher. Diese Elemente verhalten sich magnetisch, sie ziehen die Jugendlichen nach Ende des Videos zurück in die aktuelle Gesellschaft. Das Problem ist: das sehen wir nicht mehr, und was wir nicht sehen, kann auch nicht geschehen.
Die Musik von „Gobbledigook“ indes ist in der Tat ein Befreiungsschlag. Wirkte letzes reguläres Album „Takk...“ noch wie ein nebliges Aufleben der sphärischen Welten aus „Ágætis Byrjun“ und „( )“, machen Sigur Rós in „Gobbledigook“ die initiale Musik, die eine für Hörer logisch zu erdenkende Weiterentwicklung nach „( )“ gewesen wäre. Aus dem Sumpf des Reverbs hätten Sigur Rós schon lange auftauchen sollen, denn dann stehen die Ideen in Nähe zum Zuhörer, die man in „Gobbledigook“ durch die Akustikgitarre und die tribalen Drums hört. Das Tempo ist nahezu raserisch für Sigur Rós, die Stimme immer noch leise und verhalten, die Chöre dafür umso lauthallender; immer näher kommen Sigur Rós dem Hörer, anstatt sich in die Lüfte zu erheben und fortzufliegen. Man kann Sigur Rós jetzt auf einem Pfad folgen, erleichtert klingen sie, aber immer noch ergreifend, ohne Schwere und Melancholie.
Solange es bei der Verteilung bleibt, dass Sigur Rós die Sicherheit in der Musik bieten, die sie im Visuellen zuletzt vermissen lassen, ist alles okay.
Sigur Rós‘ neues Video und dazugehörige Single „Gobbledigook“ weist für alle Fans und Neuhörer auf die Richtung, in die es bei kommendem Album “Með Suð Í Eyrum Við spilum Endalaust” gehen wird. Freiheit. Eine vermeintliche Freiheit, wie mir scheint. Aber bevor ich zur versuchten konstruktiven Kritik komme, erst einmal das Lob. Die Sammlung „Hvarf/Heim“ erscheint nach mehrmaligem Durchhören weitaus ergiebiger und tiefgängiger als vorerst angenommen. Die Geschichte guter Songs und das seltene Label, eine Band zu sein, die wie niemand anders klingt, ist einfach zu außergewöhnlich, als dass man Sigur Rós ob eher schwachem letzten Album und danach herausgebrachter Neuverwertung alter Songs in Vergessenheit geraten lassen könnte. Sigur Rós sind für die alternative Community (ein Begriff, den ich eigentlich niemals aus dem Kreise Angehöriger an die Öffentlichkeit steigen lassen wollte) einfach viel zu wichtig. Auch deswegen die Entscheidung, hier eine dreiteilige Rezension zu versuchen. Sigur Rós‘ Veröffentlichungspolitik in der letzten Zeit erscheint mir immer mehr ausgeklügelt und dem aktuell gängigen Modell "Es laden ja eh alle illegal Musik also müssen wir versuchen durch neue Verkaufsmodelle die Leute animieren doch irgendwie irgendwann Geld auszugeben" zu entsprechen. Sigur Rós bedienen die ganze Palette der Wertschöpfungskette. Sie bringen sowohl CDs als auch DVDs in mehreren Versionen heraus, agieren neben der Musik auch sehr stark auf dem audio-visuellen Markt, indem sie produktionstechnisch hochwertige Musikvideos veröffentlichen und zuletzt auch noch filmisch mit „Heima“ in Erscheinung traten; dabei vermitteln sich gleichzeitig stark ihre Weltanschauung und transportieren ein ganzes Lebensgefühl. Die Erhaltung und Schönheit der Natur/des Natürlichen scheint dabei in den Vordergrund gerückt zu sein. Dem entgegen poltert die angebliche Verschwendung und auf Kapital ausgerichtete Gesinnung des Kapitalismus, niemals expliziert erwähnt, aber doch im Bewusstsein vieler vor allem westlicher Fans präsent. Dabei bedienen sich Sigur Rós aber durchaus kapitalistischer Distribution, um ihre Kunst der Welt zu zeigen, wenn diese auch gleichzeitig die Wege der Kunst sind. Kann Kunst trotz kapitalistischer Distribution subversiv sein? Das bleibt zu diskutieren.
Könnte man ja auch irgendwie außer Acht lassen, wenn hier besprochenes neues Video nicht so explizit auf ein Lebensgefühl abzielen würde. In dem von Arni & Kinski gedrehten und von Ryan McGinley inspirierten „Gobbledigook“ sucht eine Gruppe hübscher nackter Jugendlicher die Freiheit in der Natur, und findet sie auch, was man aus ihrem Verhalten schließen kann. Ohne narrative Struktur wird in „Gobbledigook“ gezeigt, dass man sich in der Natur – im Wald, am Strand – nackt am besten fühlt; ausgelassen und losgelöst toben die Jugendlichen herum, probieren aus, wie es ist, die Natur am Körper zu fühlen, den Boden, die Erde, das Wasser, das Laub. Sie bemalen sich, tanzen und springen herum und probieren den Raum der Natur aus; schwingen an Schaukeln hin und her, sind im freien Fall – von wo nach wo bleibt offen – zu sehen. Die Freiheit führt auch zu sexueller Freiheit, wie durch zwei küssende und sich auf dem Waldboden wälzende Jugendliche angedeutet wird. Bei dem Ganzen stößt mir nur eines übel auf: wo sind eigentlich die Jugendlichen, die nicht so einen schönen Körper haben wie die im Musikvideo Abgebildeten? Können die sich eigentlich auch so frei in der Natur bewegen, wenn sie wollten? Oder würden sie ob ihres Nicht-in-die-Norm-Passens vielleicht weniger freundlichen behandelt werden? Nun könnte man sagen: dass Sigur Rós nicht auf gängige Schönheitsideale achten, konnte man in den Musikvideo zu „Svefn-G-Englar“ deutlich sehen. In gewisser Weise würde dies auch durch die Homosexualität in „Viðrar Vel Til Loftárása“ deutlich. Aber gerade das macht die Entscheidung zum aktuellen Video für mich so unverständlich. Auf was wird hier gedeutet? Welche Freiheit soll hier vermittelt werden? Das Plattencover zum Album scheint hier ein wenig Nachhilfe zu geben. Vier nackte Jugendliche, drei Männer und eine Frau, kreuzen im Sprint eine Autobahn. Sie scheinen den Moment der Lücke auf der Autobahn zu nutzen, um sie zu überqueren. Inwiefern hier maßgeblich ist, dass die Frau an der Spitze der Gruppe läuft, soll außer Acht gelassen werden. Ins Auge sticht für mich, dass hier die Natur, angedeutet durch die Nacktheit die Technik/die Zivilisation/die Gesellschaft kreuzt. Das alles geschieht in einem Akt der Revolution, angedeutet durch den Sprint. In der Geschwindigkeit kann die Menschheit nicht mit der Technik mithalten, sie kann sie aber durch die eigene Geschwindigkeit nachahmen und durch das Erkennen der Lücke das Ziel erreichen, die von dem Fortschritt besetzte Natur zurückzuerobern. Und so erobern sich die Jugendlichen in dem Musikvideo zu „Gobbledigook“ auch die Natur und die Freiheit zurück. Ein wenig wie besessen benutzen sie Äste als Trommelstöcke und wühlen im Laub herum, als wirke allein diese Handlung wie eine Droge. Soll hiermit auf einen Befreiungszustand gewiesen werden, der auf die aktuelle Situation in der Gesellschaft reflektiert, man wäre durch Markenkleidung und Mode in einem ständigen Zwang sich anzupassen und dadurch unterdrückt, so sei Sigur Rós verraten, dass sie mit ihrer Gegenbewegung die gleiche Gefangenschaftssituation in grün abliefern. Die Nacktheit wird keine Missstände abschaffen. Sie erschafft die gleichen Ungleichheiten wie eine angezogene Gesellschaft. Und eine nackte Gesellschaft in der Natur steht einer angezogenen Gesellschaft in der Zivilisation wie ein Spiegelbild gegenüber. Einzig und allein drei kleine Hinweise auf einen Bruch lassen an dieser blauäugigen und hippieesk verklärten Vorstellung der Welt noch den Gedanken an eine Parodie auf diesen Traum der Freiheit. Sollte die Gruppe Jugendliche auf einen Garten Eden hinweisen, so darf sie nicht Filterzigaretten rauchen, in Schuhen auf den Baumstämmen balancieren oder fein ausrasierte Schambehaarung zur Schau stellen. Bezieht man diese deutlich sichtbaren Elemente mit ein, und das muss man fast, kann man glauben, dies sei ein schöner Traum von der Zivilisation verhafteten Ausbrecher. Diese Elemente verhalten sich magnetisch, sie ziehen die Jugendlichen nach Ende des Videos zurück in die aktuelle Gesellschaft. Das Problem ist: das sehen wir nicht mehr, und was wir nicht sehen, kann auch nicht geschehen.
Die Musik von „Gobbledigook“ indes ist in der Tat ein Befreiungsschlag. Wirkte letzes reguläres Album „Takk...“ noch wie ein nebliges Aufleben der sphärischen Welten aus „Ágætis Byrjun“ und „( )“, machen Sigur Rós in „Gobbledigook“ die initiale Musik, die eine für Hörer logisch zu erdenkende Weiterentwicklung nach „( )“ gewesen wäre. Aus dem Sumpf des Reverbs hätten Sigur Rós schon lange auftauchen sollen, denn dann stehen die Ideen in Nähe zum Zuhörer, die man in „Gobbledigook“ durch die Akustikgitarre und die tribalen Drums hört. Das Tempo ist nahezu raserisch für Sigur Rós, die Stimme immer noch leise und verhalten, die Chöre dafür umso lauthallender; immer näher kommen Sigur Rós dem Hörer, anstatt sich in die Lüfte zu erheben und fortzufliegen. Man kann Sigur Rós jetzt auf einem Pfad folgen, erleichtert klingen sie, aber immer noch ergreifend, ohne Schwere und Melancholie.
Solange es bei der Verteilung bleibt, dass Sigur Rós die Sicherheit in der Musik bieten, die sie im Visuellen zuletzt vermissen lassen, ist alles okay.
04.06.2008, 19:06
/ Musik
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Blindschleiche, Frosch, Weinbergschnecke, (Vogel).
02.06.2008, 12:00
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Ich will unbedingt im Auto das David Bowie Album "Tasty Fruits" hören.
29.05.2008, 17:20
/ Traumtagebuch
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Vor 8 oder 9 Jahren, 1999 oder 2000, besuchte ich ein Kunstseminar der HBK Braunschweig, an der ein guter Freund von mir studierte. Mit „besuchen“ meine ich, dass ich als Gast dort war. Inzwischen hat mein Freund sein Studium beendet und die HBK verlassen, aber heute morgen nach dem Aufwachen befand ich mich kurz wieder dort in diesem Seminar, weil mir nämlich eins bewusst wurde: hier in W. wird man, was die Lehre angeht, in eine ähnliche Richtung gelenkt, wie es dort bei dem Professor in Braunschweig war. In Braunschweig ging das an dem Tag so: einer der Kommilitonen hatte seine Skulptur oder Statue mitgebracht, ich weiß jetzt nicht genau, wie man das nennt. Sie war weiß, aus welchem Material habe ich vergessen, und stellte einen Mann dar, der mit einem Kopftuch und einem Lendenschurz bekleidet einen melancholischen und traurigen Blick in die Ferne wirft, dabei einen Arm in Blickrichtung ausgestreckt hält. Meine Aufmerksamkeit richtete sich auf den Blick, die Bekleidung und die Haltung der Skulptur/Statue. Der Professor lenkte den Blick jedoch auf etwas anderes. Etwas, was mir damals als absurd erschien. Aus logisitischen Gründen hatte der junge Student die Skulptur/Statue in zwei Teile geteilt, in der Körpermitte, und sie dann mit einem Scharnier wieder zusammen gebracht. Auf diese Konstruktionsweise nun verwies der Professor, ohne einen Gedanken an den Blick oder die Haltung der Skulptur/Statue zu verschwenden. Dies sorgte für Aufregung unter den Studenten, beschreibt aber einen ganzen Studiengang, den ich jetzt, 2008, belege. Das „Dazwischen“ wird wichtig, das „Wie“ ist das Wichtige, nicht das „Was“ und auch nicht das „Warum“. Zwischendurch gewann das „Wie“ für mich eine starke Attraktivität, vielleicht auch weil ich mir der „Was‘“ und „Warums“ nicht mehr sicher war, aber zur Zeit löst sich das zwischen meinen Fingern in ein Nichts auf. Wieder einmal bin ich bei einem vollständigen Zweifelzustand angekommen, alles betreffend, was man nicht anfassen kann. Und dabei soll ja gerade die Klärung des „Wie“ etwas Greifbares sein, etwas, das man im Gegensatz zu den Fragen des „Was“ und des „Warum“ analysieren kann. Ich schlage eine neue Strategie vor, Kleine Terz: Lass den Wookie gewinnen.
26.05.2008, 10:56
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Jetzt fühle ich mich langsam in der Lage, eine angemessene Kritik über Silver Mt. Zions neuestes Album „13 Blues for thirteen moons“ zu schreiben. Ich kann nicht alles erfassen, was in die Gleichung gehören würde, um zu einem angemessenen Ergebnis zu kommen; vor allem habe ich das Gefühl, dass ein Element schon die ganze Gleichung verändern könnte und dann alles nicht stimmt, was ich sage. Aber dies soll ein Versuch sein. Im Sinne Handkes nun also:
Versuch über „13 Blues for thirteen moons“
Silver Mt. Zion leben in einer widersprüchlichen Welt. Diese Welt baut sich auf und zerstört sich zur selben Zeit. Silver Mt. Zion spüren diese Reibungen und versuchen sie, seit „Born into trouble...“ zu vertonen. Kunst war ja auch schon immer Spiegel und auch (nicht unbedingt erhobener) Zeigefinger.
Seit „This is our punk-rock…“ geschieht dies auch vornehmlich durch Texte innerhalb der Songs. Dort wurde wenig symbolisch gesprochen, meistens benennt Hauptsänger und Texter Efrim Menuck recht klar, was für ihn Sache ist. Das „für ihn“ im vorangegangenen Satz ist hier für mich seit aktuellem Album aber etwas maßgebliches. Vorgetragen ist dies von der Band allerdings so, als sollte es auch „Sache“ der Welt sein. Beschreibungen die zu Beschuldigungen werden, mit Namen von Großunternehmen und Konzernen (wie auch schon auf dem Artwork zu Godspeeds „Yanqui U.X.O.“), Wahrnehmungen von Kriegszuständen und damit einhergehendes Leid, Armut, und nun auch digitale Musikformate wie mp3 sind unter anderem die Themen Menucks. Gut und richtig mögen die Bemühungen Menucks sein, Zuhörer aufmerksam zu machen. Ebenfalls hoch anzurechnen ist die Einberechnung ihrer selbst in diesen Prozess. „1.000.000 died to make this sound“, soll wohl soviel bedeuten wie: wir sind selbst Teil dieser Gesellschaft und nähren uns von eben dem Leid, das wir beklagen. Wir machen hier Musik und woanders sterben die Menschen. Was mir bei dieser ganzen Angelegenheit nun sauer aufstößt, und das mag im Ton der letzten Zeilen angeklungen sein, ist die ungebrochene Einmischung der Texte innerhalb der Musik in das zugegeben manchmal ungerechte Weltgeschehen. Was ich mit „ungebrochen“ meine, werde ich gleich noch erläutern.
Sich zu entscheiden, deutliche politische Meinungen in die Musik mit einzubauen, erfordert eine wohlüberdachte Herangehensweise. Wir befinden uns nicht in der Struktur einer Regierung, Menuck ist nicht Mitglied eines Parlaments, seine Worte werden nicht als Rede auf einem Parteitag oder einer Demonstration gehört, er sitzt in einem Studio, ist Teil einer Band und Teil eines Labels. Teil eines Kunstbetriebs also. Die Wahl seiner Worte ist somit meines Erachtens unüberlegt. Sie ist für die Kunst zu direkt. Der Aufschrei über diese Aussage mag lauten: Wo, wenn nicht in der Kunst, sollten so deutliche Worte gesprochen werden? Wer, wenn nicht die Künstler, sollte in dieser Deutlichkeit auf Missstände aufmerksam machen? Wer, wenn nicht die Künstler, hat die Freiheit mit Wut und Zorn auf Ungerechtigkeiten zu reagieren?
Aber all das hat bis jetzt nichts an den Missständen in der Welt geändert. Dies ist keine resignierte Aussage, sie soll eher darauf hinweisen, was vielleicht an dem WIE zu verändern wäre, um ein mit der Musik geschlossenes Bild zu ergeben. In meinem Kosmos stellt eine Band wie Silver Mt. Zion mit ihrer Musik auf einem Label wie Constellation Records bereits alle politische Aussagen dar, die durch Menucks Wortwahl innerhalb der Songs durch die Texte nur parodiert werden. Denn die Texte, aufgesetzt auf die Musik, sind so etwas wie der Prunk auf all dem. Sie sind wie der Luxus, der auf dem Rücken der Armen geschieht, sie sind in der Kunst Silver Mt. Zions und dem ganzen Musikbetrieb wie die falsche Wirtschaftsform deren Namen ich hier nicht nennen will. Sie sind wie der Nachschlag, den sich die Reichen holen und der den Armen fehlt. Sie sind wie die hohlen Phrasen der Politiker, die Silver Mt. Zion höchstwahrscheinlich verabscheuen. Sie sind wie ein Gemälde auf dem eine Kriegsszene zu sehen ist, auf das mit Neonfarbe geschrieben wurde: Krieg ist grauenvoll! Innerhalb der Musikwelt Musik wie Silver Mt. Zion zu machen, ist mehr als Aussage genug. Und dann noch die Einarbeitung des Internets und des mp3-Formats in die neuesten Beschreibungen Menucks... Ich fühle mich ermüdet von soviel initialer und intuitiver Weltverbesserung. Und ich möchte das nicht. Die ersten 12 Tracks, um iPods zu verwirren? Oh, mein Gott. Da mag man nur den Kopf schütteln und fühlt sich an ein Kind mit Eimerchen uns Schippe erinnert.
Jetzt habe ich noch nicht einmal etwas über die Musik gesagt. Die hat einen Schritt rückwärts getan. Vielleicht ja auch deshalb die wiederholt anklagenden Aussagen und Beschreibungen Menucks. Die Musik reicht vielleicht doch nicht mehr als Aussage. Auf „13 Blues for thirteen moons“ hören wir immer noch Post-Rock, aber wir hören auch oft einfach nur Rock, manchmal zeppelinschen Ausmaßes, manchmal verhaltener, aber sehr oft sehr einfallslos. Dramatische Melodiebögen, das war die Spezialität Silver Mt. Zions. Gänsehaut-Chöre, das haben wir auf den letzten beiden Alben gehört. All das taucht auf dem aktuellen Album nur selten auf, es soll hier viel spontane Rock-Energie zu spüren sein, mit bollerndem Schlagzeug und direkter gespielten Gitarren. Einzig und allein bereits erwähnter Eröffnungstrack „1.000.000 died to make this sound“ schafft es, über seine knapp 15 Minuten fast durchgängig Kraft zu behalten, aber vor allem das Titelstück und „Black Waters Blowed/Engine Broke Blues“ weisen deutliche Längen auf. Produziert ist das Ganze sehr solide, recorded on tape, natürlich.
Silver Mt. Zion stellen immer noch eine absolute Ausnahme dar, sie sind immer noch an der Spitze einer ausgewöhnlichen Musikart, die viele Kinder hat, aber gemeinhin noch gerne Post-Rock genannt wird. Mit diesen ganzen Worten biete ich eine große Angriffsfläche für alle, die sich ebenfalls gerne und viel mit Silver Mt. Zion und einer Szene, die irgendwo und irgendwie noch die alternative Musikszene ist, beschäftigen. Sich über Silver Mt. Zion und ihre Texte zu beschweren, heißt immer noch, sich auf hohem Niveau zu beschweren. Ich fordere ein geschlossenes perfektes Bild, aber warum eigentlich? Höchstwahrscheinlich habe ich irgendwo eine Ebene vergessen, vielleicht steht bei all dem eine etablierte Szene als Gegenpol, der mit einzuberechnen ist. Vielleicht habe ich zu sehr die Macht der Musikindustrie vergessen, die immer noch zu bekämpfen ist. Vielleicht braucht die Welt auch eine direkte brachiale Stimme, die Kräfte mobilisiert, mit deren Hilfe sie besser wird. Vielleicht sollte man die Kunst nicht versuchen, auf irgendeine bestimmte Aufgabe einzuschränken und ihr alle Freiheit, die sie sich nehmen kann, zusprechen und sich freuen und es fördern, wenn Silver Mt. Zion dies tun.
Ich für mich selbst schüttele aber ob des neuen Albums trotzdem eher den Kopf, als dass ich ergriffen wäre. Und ich bin dann für mich der Maßstab, der die neuen Aufnahmen gegenüber den Alten überprüft. Und wenn ich all das weglasse was sich verändert hat, kann ich die Differenz feststellen, die sich von „Horses in the sky“ zu „13 Blues for thirteen moons“ ergeben hat. Die ist für mich signifikant. Wenn andere Bands und Alben eine Entwicklung erkennen lassen, mit der man eine Fülle an Entwicklungen in der eigenen Wahrnehmung der Welt und des eigenen Lebens vergleichen kann, wieso sollte ich diesen Anspruch nicht auch bei Silver Mt. Zion erheben? Aber sie erscheinen mir auf ihrem neuen Album eher gefühllos und unnahbar, wenn ich gerade von ihnen erwarte, empfindsam zu sein und zu wirken.
„Some hearts are true“, sicherlich auch die Herzen von Beckie, Efrim, Eric, Ian, Jessica, Sophie und Thierry. Und die Musik bald auch wieder.
Versuch über „13 Blues for thirteen moons“
Silver Mt. Zion leben in einer widersprüchlichen Welt. Diese Welt baut sich auf und zerstört sich zur selben Zeit. Silver Mt. Zion spüren diese Reibungen und versuchen sie, seit „Born into trouble...“ zu vertonen. Kunst war ja auch schon immer Spiegel und auch (nicht unbedingt erhobener) Zeigefinger.
Seit „This is our punk-rock…“ geschieht dies auch vornehmlich durch Texte innerhalb der Songs. Dort wurde wenig symbolisch gesprochen, meistens benennt Hauptsänger und Texter Efrim Menuck recht klar, was für ihn Sache ist. Das „für ihn“ im vorangegangenen Satz ist hier für mich seit aktuellem Album aber etwas maßgebliches. Vorgetragen ist dies von der Band allerdings so, als sollte es auch „Sache“ der Welt sein. Beschreibungen die zu Beschuldigungen werden, mit Namen von Großunternehmen und Konzernen (wie auch schon auf dem Artwork zu Godspeeds „Yanqui U.X.O.“), Wahrnehmungen von Kriegszuständen und damit einhergehendes Leid, Armut, und nun auch digitale Musikformate wie mp3 sind unter anderem die Themen Menucks. Gut und richtig mögen die Bemühungen Menucks sein, Zuhörer aufmerksam zu machen. Ebenfalls hoch anzurechnen ist die Einberechnung ihrer selbst in diesen Prozess. „1.000.000 died to make this sound“, soll wohl soviel bedeuten wie: wir sind selbst Teil dieser Gesellschaft und nähren uns von eben dem Leid, das wir beklagen. Wir machen hier Musik und woanders sterben die Menschen. Was mir bei dieser ganzen Angelegenheit nun sauer aufstößt, und das mag im Ton der letzten Zeilen angeklungen sein, ist die ungebrochene Einmischung der Texte innerhalb der Musik in das zugegeben manchmal ungerechte Weltgeschehen. Was ich mit „ungebrochen“ meine, werde ich gleich noch erläutern.
Sich zu entscheiden, deutliche politische Meinungen in die Musik mit einzubauen, erfordert eine wohlüberdachte Herangehensweise. Wir befinden uns nicht in der Struktur einer Regierung, Menuck ist nicht Mitglied eines Parlaments, seine Worte werden nicht als Rede auf einem Parteitag oder einer Demonstration gehört, er sitzt in einem Studio, ist Teil einer Band und Teil eines Labels. Teil eines Kunstbetriebs also. Die Wahl seiner Worte ist somit meines Erachtens unüberlegt. Sie ist für die Kunst zu direkt. Der Aufschrei über diese Aussage mag lauten: Wo, wenn nicht in der Kunst, sollten so deutliche Worte gesprochen werden? Wer, wenn nicht die Künstler, sollte in dieser Deutlichkeit auf Missstände aufmerksam machen? Wer, wenn nicht die Künstler, hat die Freiheit mit Wut und Zorn auf Ungerechtigkeiten zu reagieren?
Aber all das hat bis jetzt nichts an den Missständen in der Welt geändert. Dies ist keine resignierte Aussage, sie soll eher darauf hinweisen, was vielleicht an dem WIE zu verändern wäre, um ein mit der Musik geschlossenes Bild zu ergeben. In meinem Kosmos stellt eine Band wie Silver Mt. Zion mit ihrer Musik auf einem Label wie Constellation Records bereits alle politische Aussagen dar, die durch Menucks Wortwahl innerhalb der Songs durch die Texte nur parodiert werden. Denn die Texte, aufgesetzt auf die Musik, sind so etwas wie der Prunk auf all dem. Sie sind wie der Luxus, der auf dem Rücken der Armen geschieht, sie sind in der Kunst Silver Mt. Zions und dem ganzen Musikbetrieb wie die falsche Wirtschaftsform deren Namen ich hier nicht nennen will. Sie sind wie der Nachschlag, den sich die Reichen holen und der den Armen fehlt. Sie sind wie die hohlen Phrasen der Politiker, die Silver Mt. Zion höchstwahrscheinlich verabscheuen. Sie sind wie ein Gemälde auf dem eine Kriegsszene zu sehen ist, auf das mit Neonfarbe geschrieben wurde: Krieg ist grauenvoll! Innerhalb der Musikwelt Musik wie Silver Mt. Zion zu machen, ist mehr als Aussage genug. Und dann noch die Einarbeitung des Internets und des mp3-Formats in die neuesten Beschreibungen Menucks... Ich fühle mich ermüdet von soviel initialer und intuitiver Weltverbesserung. Und ich möchte das nicht. Die ersten 12 Tracks, um iPods zu verwirren? Oh, mein Gott. Da mag man nur den Kopf schütteln und fühlt sich an ein Kind mit Eimerchen uns Schippe erinnert.
Jetzt habe ich noch nicht einmal etwas über die Musik gesagt. Die hat einen Schritt rückwärts getan. Vielleicht ja auch deshalb die wiederholt anklagenden Aussagen und Beschreibungen Menucks. Die Musik reicht vielleicht doch nicht mehr als Aussage. Auf „13 Blues for thirteen moons“ hören wir immer noch Post-Rock, aber wir hören auch oft einfach nur Rock, manchmal zeppelinschen Ausmaßes, manchmal verhaltener, aber sehr oft sehr einfallslos. Dramatische Melodiebögen, das war die Spezialität Silver Mt. Zions. Gänsehaut-Chöre, das haben wir auf den letzten beiden Alben gehört. All das taucht auf dem aktuellen Album nur selten auf, es soll hier viel spontane Rock-Energie zu spüren sein, mit bollerndem Schlagzeug und direkter gespielten Gitarren. Einzig und allein bereits erwähnter Eröffnungstrack „1.000.000 died to make this sound“ schafft es, über seine knapp 15 Minuten fast durchgängig Kraft zu behalten, aber vor allem das Titelstück und „Black Waters Blowed/Engine Broke Blues“ weisen deutliche Längen auf. Produziert ist das Ganze sehr solide, recorded on tape, natürlich.
Silver Mt. Zion stellen immer noch eine absolute Ausnahme dar, sie sind immer noch an der Spitze einer ausgewöhnlichen Musikart, die viele Kinder hat, aber gemeinhin noch gerne Post-Rock genannt wird. Mit diesen ganzen Worten biete ich eine große Angriffsfläche für alle, die sich ebenfalls gerne und viel mit Silver Mt. Zion und einer Szene, die irgendwo und irgendwie noch die alternative Musikszene ist, beschäftigen. Sich über Silver Mt. Zion und ihre Texte zu beschweren, heißt immer noch, sich auf hohem Niveau zu beschweren. Ich fordere ein geschlossenes perfektes Bild, aber warum eigentlich? Höchstwahrscheinlich habe ich irgendwo eine Ebene vergessen, vielleicht steht bei all dem eine etablierte Szene als Gegenpol, der mit einzuberechnen ist. Vielleicht habe ich zu sehr die Macht der Musikindustrie vergessen, die immer noch zu bekämpfen ist. Vielleicht braucht die Welt auch eine direkte brachiale Stimme, die Kräfte mobilisiert, mit deren Hilfe sie besser wird. Vielleicht sollte man die Kunst nicht versuchen, auf irgendeine bestimmte Aufgabe einzuschränken und ihr alle Freiheit, die sie sich nehmen kann, zusprechen und sich freuen und es fördern, wenn Silver Mt. Zion dies tun.
Ich für mich selbst schüttele aber ob des neuen Albums trotzdem eher den Kopf, als dass ich ergriffen wäre. Und ich bin dann für mich der Maßstab, der die neuen Aufnahmen gegenüber den Alten überprüft. Und wenn ich all das weglasse was sich verändert hat, kann ich die Differenz feststellen, die sich von „Horses in the sky“ zu „13 Blues for thirteen moons“ ergeben hat. Die ist für mich signifikant. Wenn andere Bands und Alben eine Entwicklung erkennen lassen, mit der man eine Fülle an Entwicklungen in der eigenen Wahrnehmung der Welt und des eigenen Lebens vergleichen kann, wieso sollte ich diesen Anspruch nicht auch bei Silver Mt. Zion erheben? Aber sie erscheinen mir auf ihrem neuen Album eher gefühllos und unnahbar, wenn ich gerade von ihnen erwarte, empfindsam zu sein und zu wirken.
„Some hearts are true“, sicherlich auch die Herzen von Beckie, Efrim, Eric, Ian, Jessica, Sophie und Thierry. Und die Musik bald auch wieder.
22.05.2008, 16:40
/ Musik
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- Das verschwommene Schwarzweiß-Foto des Schlagzeugs. Es ist wunderschön und eine Versuchung.
- Die Überschwemmung und die Disco mit den hippen Kids. Die Überschwemmung erzeugt einen Fluss, in dem Goldfische schwimmen, die ich essen will. Vielleicht war der Fisch-Würzer der Trigger zu diesem Traumbild? Die hippen Kids in der Disco sind grotesk aufreizend gekleidet und alle drogensüchtig.
- Die Überschwemmung und die Disco mit den hippen Kids. Die Überschwemmung erzeugt einen Fluss, in dem Goldfische schwimmen, die ich essen will. Vielleicht war der Fisch-Würzer der Trigger zu diesem Traumbild? Die hippen Kids in der Disco sind grotesk aufreizend gekleidet und alle drogensüchtig.
20.05.2008, 14:06
/ Traumtagebuch
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Viel zu früh und viel zu schnell über eine Abkühlung im Wetter gefreut. Es ist Mai, Herrgott.
15.05.2008, 20:46
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Allein schon wegen der vocodierten „Time does not stop“-Zeile in Vesica Pices die Tracks von De Facto lieben.
15.05.2008, 20:26
/ Musik
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Gestern Abend ist etwas mehr als Unheimliches passiert. Ich ging schon recht unheimlich durch meine Siedlung, denn dank Headset kann ich handsfree telefonieren und spreche für andere Spaziergänger oder Leute, die den lauen Abend in G. auf dem Balkon genießen, ins Leere und muss dadurch unheimlich wirken. So gehe ich jeden Abend wie ein Geist durch meine Siedlung, in der die BMW-Dichte immer mehr zunimmt. Aber als ich so den E.-Berg hinaufging, Naturschutzgebiet und ehemaliges militärisches Gelände mit Lebensgefahrwarnung hinter mich lassend, ins Gespräch vertieft, da tippelte und tapste mir der Frosch aus meinem Traum über den Weg. Ich blieb stehen und schaute zu, wie er seelenruhig meine Schritte kreuzte. Ich lief nicht um die Wette mit ihm, wie in meinem Traum, und auch war noch mehr Tageslicht übrig, dennoch war es unfehlbar er, der Frosch aus meinem Traum. Frosch, sagte ich, Frosch Frosch Frosch.
14.05.2008, 22:20
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„The dreams in which I’m dying are the best I’ve ever had.“
TEARS FOR FEARS „Mad World“
Heute Nacht habe ich geträumt, dass ich mit einem Frosch um die Wette laufe. Der Frosch ist schön und hüpft neben mir, es ist eigentlich eher so, dass wir gemeinsam joggen.
Danach treffe ich in einer Art Gasthaus auf V., er sieht aus wie der V. aus der Schulzeit, mit langen Haaren und Lederjacke (so wie auch M.). Ich erzähle ihm von dieser einen tollen Stelle aus der M.I.-Kassette, die ich so toll finde und immer wieder höre, und er erzählt mir von einem Lied von mir, das er immer wieder hört, er singt es mir sogar vor.
Danach ist Pause, aber ich bin in der Gegend des B.-Ring, also viel zu weit weg vom Schulgelände und ich grabe im Boden nach etwas. Dabei höre ich Musik und merke plötzlich, dass der Jog von meinem mp3-Player abgbrochen ist, er wackelt wie ein lockerer Zahn. Ich denke aber, dass ich auch ohne Jog das Menü des Players steuern kann. Ich finde beim Graben ein altes Foto von mir, es ist mit Erde bedeckt und ich denke: das ist ein schönes Motiv, das möchte ich mit meinem Mobiltelefon fotografieren. Ich wische immer wieder mit meiner Hand über die Erde auf meinem Foto, aber die Erde lässt sich nicht wegwischen. Ich merke, dass es für das Fotografieren eigentlich schon zu spät ist, ich muss wieder zurück in den Unterricht und laufe zurück zur Schule. Aber ich lande bei der Grundschule und stehe draußen, als vor dem Gebäude Getreide gemäht wird. Es wird aber nicht von einem Mähdrescher gemäht sondern von einer Art Transformer-Version eines Mähdrescher, wie aus dieser Transformer-Auto-Werbung (mir fällt die Marke jetzt nicht ein), es führt eine Art Performance, eine Art Tanz beim Mähen auf, und der Abschluss ist die Abladung des gemähten Getreides in einem Silo, und der „Bauer“ (der aber Mitarbeiter der Schule ist, wie ich im Traum weiß), bekommt danach einen Applaus von Leuten aus dem Schulgebäude und vor dem Schulgebäude, die dem Ganzen aufmerksam zugeschaut haben. Ich bin also zu spät und laufe nun vor der Schule weg, habe dabei Röhrenhosen an, Stoff oder Jeans, das weiß ich nicht, und immer wieder klemmen sich meine Füße beim Laufen unter meinen Oberschenkeln fest und irgendwann stolpere ich und schleife mit Knien auf dem Boden, dabei bin ich an einem Bahnsteig angelangt und drohe nun, von einer anfahrenden Straßenbahn überfahren zu werden. Ich kann mich noch auf den Bahnsteig retten und rutsche dabei aber auf die andere Seite, an der es steil bergab geht in eine Siedlung. Plötzlich sehe ich: dort liegen Sachen von mir, Sachen, die ich in meinen Jackentaschen mit mir herumtrage, oder in meinen Umhängetaschen. Dann fällt mir ein, dass ich vor einer Woche auch hier gestürzt bin und damals Sachen verloren hatte. Aber ich hatte damals gedacht, alle Sachen wiedergefunden zu haben, was wohl nicht so war. Je mehr ich um mich schaue, desto mehr Sachen tauchen auf, die ich dort verloren habe, z.B. die Armbanduhr, die ich von K. zum Geburtstag bekommen habe, sie liegt dort drei Mal, und ich frage mich, wie viele von diesen Uhren ich gehabt habe. Aber dort liegen auch Brillenetuis und Kassettenhüllen und lauter Sachen, die ich irgendwann einmal in meinen Taschen getragen habe. Plötzlich wird mir klar: ich habe diese Sachen nicht vor einer Woche hier verloren und erinnere mich erst jetzt daran, sondern ich bin vor einer Woche hier an dieser Stelle gestorben.
Die Straßenbahn hat mich überfahren und beim Aufprall Sachen von mir überall hin verstreut, die man danach nicht alle hat finden können. Ich als Geist finde sie nun.
Edit: Am nächsten Tag.
Gestern Abend ist etwas mehr als Unheimliches passiert. Ich ging schon recht unheimlich durch meine Siedlung, denn dank Headset kann ich handsfree telefonieren und spreche für andere Spaziergänger oder Leute, die den lauen Abend in G. auf dem Balkon genießen, ins Leere und muss dadurch unheimlich wirken. So gehe ich jeden Abend wie ein Geist durch meine Siedlung, in der die BMW-Dichte immer mehr zunimmt. Aber als ich so den E.-Berg hinaufging, Naturschutzgebiet und ehemaliges militärisches Gelände mit Lebensgefahrwarnung hinter mich lassend, ins Gespräch vertieft, da tippelte und tapste mir der Frosch aus meinem Traum über den Weg. Ich blieb stehen und schaute zu, wie er seelenruhig meine Schritte kreuzte. Ich lief nicht um die Wette mit ihm, wie in meinem Traum, und auch war noch mehr Tageslicht übrig, dennoch war es unfehlbar er, der Frosch aus meinem Traum. Frosch, sagte ich, Frosch Frosch Frosch.
TEARS FOR FEARS „Mad World“
Heute Nacht habe ich geträumt, dass ich mit einem Frosch um die Wette laufe. Der Frosch ist schön und hüpft neben mir, es ist eigentlich eher so, dass wir gemeinsam joggen.
Danach treffe ich in einer Art Gasthaus auf V., er sieht aus wie der V. aus der Schulzeit, mit langen Haaren und Lederjacke (so wie auch M.). Ich erzähle ihm von dieser einen tollen Stelle aus der M.I.-Kassette, die ich so toll finde und immer wieder höre, und er erzählt mir von einem Lied von mir, das er immer wieder hört, er singt es mir sogar vor.
Danach ist Pause, aber ich bin in der Gegend des B.-Ring, also viel zu weit weg vom Schulgelände und ich grabe im Boden nach etwas. Dabei höre ich Musik und merke plötzlich, dass der Jog von meinem mp3-Player abgbrochen ist, er wackelt wie ein lockerer Zahn. Ich denke aber, dass ich auch ohne Jog das Menü des Players steuern kann. Ich finde beim Graben ein altes Foto von mir, es ist mit Erde bedeckt und ich denke: das ist ein schönes Motiv, das möchte ich mit meinem Mobiltelefon fotografieren. Ich wische immer wieder mit meiner Hand über die Erde auf meinem Foto, aber die Erde lässt sich nicht wegwischen. Ich merke, dass es für das Fotografieren eigentlich schon zu spät ist, ich muss wieder zurück in den Unterricht und laufe zurück zur Schule. Aber ich lande bei der Grundschule und stehe draußen, als vor dem Gebäude Getreide gemäht wird. Es wird aber nicht von einem Mähdrescher gemäht sondern von einer Art Transformer-Version eines Mähdrescher, wie aus dieser Transformer-Auto-Werbung (mir fällt die Marke jetzt nicht ein), es führt eine Art Performance, eine Art Tanz beim Mähen auf, und der Abschluss ist die Abladung des gemähten Getreides in einem Silo, und der „Bauer“ (der aber Mitarbeiter der Schule ist, wie ich im Traum weiß), bekommt danach einen Applaus von Leuten aus dem Schulgebäude und vor dem Schulgebäude, die dem Ganzen aufmerksam zugeschaut haben. Ich bin also zu spät und laufe nun vor der Schule weg, habe dabei Röhrenhosen an, Stoff oder Jeans, das weiß ich nicht, und immer wieder klemmen sich meine Füße beim Laufen unter meinen Oberschenkeln fest und irgendwann stolpere ich und schleife mit Knien auf dem Boden, dabei bin ich an einem Bahnsteig angelangt und drohe nun, von einer anfahrenden Straßenbahn überfahren zu werden. Ich kann mich noch auf den Bahnsteig retten und rutsche dabei aber auf die andere Seite, an der es steil bergab geht in eine Siedlung. Plötzlich sehe ich: dort liegen Sachen von mir, Sachen, die ich in meinen Jackentaschen mit mir herumtrage, oder in meinen Umhängetaschen. Dann fällt mir ein, dass ich vor einer Woche auch hier gestürzt bin und damals Sachen verloren hatte. Aber ich hatte damals gedacht, alle Sachen wiedergefunden zu haben, was wohl nicht so war. Je mehr ich um mich schaue, desto mehr Sachen tauchen auf, die ich dort verloren habe, z.B. die Armbanduhr, die ich von K. zum Geburtstag bekommen habe, sie liegt dort drei Mal, und ich frage mich, wie viele von diesen Uhren ich gehabt habe. Aber dort liegen auch Brillenetuis und Kassettenhüllen und lauter Sachen, die ich irgendwann einmal in meinen Taschen getragen habe. Plötzlich wird mir klar: ich habe diese Sachen nicht vor einer Woche hier verloren und erinnere mich erst jetzt daran, sondern ich bin vor einer Woche hier an dieser Stelle gestorben.
Die Straßenbahn hat mich überfahren und beim Aufprall Sachen von mir überall hin verstreut, die man danach nicht alle hat finden können. Ich als Geist finde sie nun.
Edit: Am nächsten Tag.
Gestern Abend ist etwas mehr als Unheimliches passiert. Ich ging schon recht unheimlich durch meine Siedlung, denn dank Headset kann ich handsfree telefonieren und spreche für andere Spaziergänger oder Leute, die den lauen Abend in G. auf dem Balkon genießen, ins Leere und muss dadurch unheimlich wirken. So gehe ich jeden Abend wie ein Geist durch meine Siedlung, in der die BMW-Dichte immer mehr zunimmt. Aber als ich so den E.-Berg hinaufging, Naturschutzgebiet und ehemaliges militärisches Gelände mit Lebensgefahrwarnung hinter mich lassend, ins Gespräch vertieft, da tippelte und tapste mir der Frosch aus meinem Traum über den Weg. Ich blieb stehen und schaute zu, wie er seelenruhig meine Schritte kreuzte. Ich lief nicht um die Wette mit ihm, wie in meinem Traum, und auch war noch mehr Tageslicht übrig, dennoch war es unfehlbar er, der Frosch aus meinem Traum. Frosch, sagte ich, Frosch Frosch Frosch.
13.05.2008, 11:38
/ Traumtagebuch
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Zum ersten Mal fliege ich wieder in einem Traum, endlich einmal wieder. Ich fliege eine Brücke entlang, vielleicht ist es ein Abbild der Golden Gate Bridge, es ist diesig, neblig, wie in vielen meiner aktuellen Träume. Und ich lebe in der Gegenwart in diesem Traum. Auch wie in so vielen Träumen zur Zeit. In dieser Gegenwart ist alles seltsam vermischt. Die wichtigen Personen meines bisherigen Lebens tauchen alle dort auf, meist sind sie Karikaturen ihrer selbst.
Und ich bin eine Karikatur meiner selbst.
Ich fliege also diese Brücke entlang, ihrer höchsten Aufhängung entlang, aber ich bin nicht frei im Fliegen, ich fliege wie an einer Schnur. Eigentlich fliege ich wie John Mullins in SoF II, wenn ein neues Level anfängt. Dabei höre ich Musik über meinen mp3-Player, es ist eine Band namens 72 AND AGAIN, und ihre Lieder klingen in meinen Ohren total gut. Ein großer Wandel hat in meinen Träumen stattgefunden, die Uni hat die Schule als Lehreinrichtung abgelöst, aber die Probleme sind dieselben geblieben. Ich versage auf ganzer Linie an allem. Ich habe falsch gewählt, komme zu spät weil ich meine Seminare und Vorlesungen nicht kenne, und finde die Räume nicht. Ich treffe M., der noch wie vor 6 oder 7 Jahren aussieht, und, wie im wirklichen Leben, versucht er, mich wieder mit dem Geist der Geisteswissenschaften – der mir im wirklichen Leben und im Traum abhanden gekommen ist – zu befruchten. Wir stehen in einem Hörsaal und gleich soll eine Vorlesung von Prof. Dr. Z. anfangen, bei dem ich in diesem Semester keine Vorlesung habe, und alles ist erschreckend nüchtern in meinem Traum. Es ist, als hätte sich das Setting meiner Träume geändert, nur die Besetzung bleibt dieselbe und erweitert sich.
Und ich bin eine Karikatur meiner selbst.
Ich fliege also diese Brücke entlang, ihrer höchsten Aufhängung entlang, aber ich bin nicht frei im Fliegen, ich fliege wie an einer Schnur. Eigentlich fliege ich wie John Mullins in SoF II, wenn ein neues Level anfängt. Dabei höre ich Musik über meinen mp3-Player, es ist eine Band namens 72 AND AGAIN, und ihre Lieder klingen in meinen Ohren total gut. Ein großer Wandel hat in meinen Träumen stattgefunden, die Uni hat die Schule als Lehreinrichtung abgelöst, aber die Probleme sind dieselben geblieben. Ich versage auf ganzer Linie an allem. Ich habe falsch gewählt, komme zu spät weil ich meine Seminare und Vorlesungen nicht kenne, und finde die Räume nicht. Ich treffe M., der noch wie vor 6 oder 7 Jahren aussieht, und, wie im wirklichen Leben, versucht er, mich wieder mit dem Geist der Geisteswissenschaften – der mir im wirklichen Leben und im Traum abhanden gekommen ist – zu befruchten. Wir stehen in einem Hörsaal und gleich soll eine Vorlesung von Prof. Dr. Z. anfangen, bei dem ich in diesem Semester keine Vorlesung habe, und alles ist erschreckend nüchtern in meinem Traum. Es ist, als hätte sich das Setting meiner Träume geändert, nur die Besetzung bleibt dieselbe und erweitert sich.
13.05.2008, 11:35
/ Traumtagebuch
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Jetzt muss er nach Wallbrook.
09.05.2008, 18:11
