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Die Markthalle in Hamburg ist eigentlich recht leicht zu finden wenn man aus südlicher Richtung über die A1 in Hamburg reinfährt, trotzdem bleibt es niemals aus – egal wer fährt, dieses Mal ist A. gefahren - , dass man ein paar Mal angehupt wird, weil man waghalsige Wende- oder Abbiegemannöver unternimmt. Nach 3 Stunden Fahrt ist das allerdings egal. Wir parken hinter der Markthalle auf einem – wie es uns der polnische Platzwart versichert – Privatparkplatz fast direkt neben dem Tourbus von The Notwist, dessen Kennzeichen STA-RS anzeigt, und das wir schon von dem Konzert vor 2 Jahren in Hannover kennen. Wir haben noch ein bisschen Zeit und gehen im Hauptbahnhof etwas essen; danach zünde ich mir eine Zigarette an, schaue mich um, sehe niemanden rauchen und auch keine Aschenbecher und dann fällt mir ein, dass man hier nicht mehr rauchen darf.
Um Punkt 20 Uhr betreten wir dann die Markthalle und schauen uns erst einmal ein bisschen am Merchandise Stand um, dort gibt es Poster, Buttons, Shirts und Alben der vertretenen Bands, aber auch allen Merchandise Krams des anderen Parts der „Weilheim auf Reisen“ Tour. A. belauscht Martin Gretschmann, wie er mit einem Mitarbeiter am Stand Wetten darüber abschließt, wie viele Leute heut abend kommen. Ich kaufe zwei Buttons, freu mich einen Keks darüber und dann gehen A. und ich in den eigentlichen Saal. Nirgends in der Markthalle gibt es eine Garderobe, zumindest am heutigen Abend nicht, und so verlasse ich noch einmal den Saal und schmeiße mein Jacke in irgendeine Ecke und hoffe, dass sie niemand klaut. Dabei denke ich: bei einem Notwist Konzert laufen doch wohl keine Leute rum, die billige schwarze Cord-Winterjacken klauen.
Um ca. 20:45 Uhr fangen Couch ihr Set an, und zu dem Zeitpunkt war der Saal schon ziemlich gut gefüllt, die meisten der Zuschauer saßen allerdings noch. Ich kann leider Menschenmassen nicht einschätzen, aber es wird wohl der große Saal in der Markthalle gewesen sein und da gehen 1100 Leute rein. Anwesend waren vielleicht 900.
Von Couch kenne ich nur das „Profane“ Album, meine auch ein oder zwei Lieder zu erkennen, der Rest ist mir unbekannt aber äußerst sympathisch. Post-Rock Bands scheinen immer bekloppte Drummer zu haben, die am allermeisten Wert auf Präzision legen. So sind auch Couch äußerst präzise. Allerdings wurden die Toms des Schlagzeugs nicht vernünftig abgenommen. Man hörte sie nämlich gar nicht. Aber trotzdem war das Konzert ein sehr schöner Start.
Es tut mir jetzt leid, sagen zu müssen, dass ich Lali Puna noch nie so wirklich mochte, aber ich sage es jetzt trotzdem: Ich mochte Lali Puna noch nie so wirklich. Soundmäßig lief es bei denen auch nicht so wirklich, die Stimme hat man kaum gehört. Ich kann zu den Songs nichts sagen, außer dass sie „Scary World Theory“ gespielt haben, das einzige Lali Puna Lied, das ich wirklich mag.
Dann kamen The Notwist. Sie starteten mit einem sehr ruhigen neuen Song, spielten dann im Laufe des Konzerts bis auf „One Step Inside…“ und „Consequence“ alle Stücke des Neon Golden Albums, von Shrink gab es „Chemicals“, „No Encores“ und als eine der Zugaben „Day 7“ und natürlich „Puzzle“ von 12. Zwischendurch kam ein ziemlich geiles Instrumentalstück, und das war, glaube ich, schon alles. Allerdings verändern Notwist die Songs live inzwischen ziemlich, fügen andauernd neue Sounds hinzu, lassen die Parts ausufern, und gerade bei „Pilot“, das als letztes Stück vor den Zugaben kam, wird zum Schluss ein dubwürdiges Ende angehängt, bei dem Markus seine Gesangsspuren über Vinyl verändert. Diese Ausuferungen machen The Notwist als Liveband absolut unverzichtbar.