Man könnte meinen, Zugfahren macht keinen Spaß. Dem Typen im Abteil bestimmt gleich nicht mehr. Der bekommt gleich erst mal richtig auf die Fresse. Er denkt, ich tu´s nicht, aber ich wird hingehen, ihm sein NEON Magazin in den Arsch und seine PC Pr@xis ins Maul stopfen. Danach wird er noch seine Cordhosen und sein Strickjäckchen verspeisen. Seine hässliche Freundin wird daraufhin hoffentlich heulend aus dem Fenster springen, so werden auch gleich zwei Plätze frei. Danach packe ich die strickende Ökomutti links von mir am Schlafittchen, schiebe ihr die Stricknadeln durch die Nase ins Gehirn und befreie so ihren armen Sohn, zu dem sie sich alle 10 Sekunden umdreht, um zu sehen, ob er mit seinem Discman nicht was böses macht. Die hochnäsige Tussi, die nun schon seit einer halben Stunde zu jedem (einschließlich mir) sagt, dass der (noch einzig freie) Platz neben ihr besetzt sei, wird gleich ein Hartschalenkoffer auf den Kopf fallen, ihr das Genick brechen und sie von ihrem armseligen Dasein voller Freundinnen-und-SITC-anschauen-Abenden erlösen. Zu guter letzt wird die Bahnangestellte, die immer keift, man solle gefälligst die Taschen aus dem Gang nehmen, sonst würde sie irgendwann darüber stolpern, und, Gott bewahre, bei dem Aufprall gäbe es Tote, eine heiße Dusche des labbrigen Kaffees nehmen, mit dem die Bahn die verärgerten Reisenden zu bestechen versucht. Den gieße ich ihr dann über die Rübe. Als einziges gefällt mir der sechsjährige Junge, der, als ich den letzten Zug meiner Reise verlasse und vom Platz ihm gegenüber (neben mir sitzt sein Brüder, neben ihm seine Mutter) aufstehe, sagt: „Na endlich.“
27.12.2004, 18:19