Abgesänge
Kann mir bitte mal einer erklären, was es mit dem Gerede um diese Bands auf sich hat? In die Reihe dieser beiden Bands würden sicherlich auch noch andere Bands passen, aber das sind die beiden meistgenannten der letzten Wochen. Irgendwo lese ich „… wichtigste Band am Zenit…“ und kann darüber nur den Kopf schütteln. Death Cab For Cutie, Nada Surf und Konsorten sind vertonte Langeweile, vertontes Gähnen und gepflegter Stillstand. Diese Bands scheinen die Songs allein von einem Gefühl der Ruhe und Schönheit anzugehen. Halt! Das ist ja auch bei anderen Bands die Herangehensweise. Aber da geht es vermutlich um Elektronica wie The Remote Viewer oder vielleicht um das „Sunset Mission“ Album von Bohren & Der Club Of Gore. DCFC und Nada Surf kommen allerdings aus dem weiten Begriff des Alternative- oder meinetwegen auch Indie-Rock oder vielleicht auch der wahren Essenz des Emo, aber deswegen funktioniert die Ruhe und Schönheit auch nicht. Es fehlen nämlich die erkennbar schönen Melodien. Käme ich zu Freunden zu Besuch, ein Abend, an dem man ein Projekt bespricht, oder sich vorgenommen hat, über Bücher zu reden oder sich lange nicht gesehen hat, sich viel zu erzählen hat, sind solche Alben wie die von DCFC und Nada Surf sicherlich passend, aber zu einem Konzert zu gehen und sich diese Nullmelodien auch noch extra anzuhören, das kann ich echt nicht verstehen. Wundert mich, dass DCFC noch nicht bei ihren eigenen Konzerten eingeschlafen sind oder sich überhaupt merken können, was sie da auf ihren Instrumenten spielen müssen, weil man sich diese aus dem Nichts kommenden Strukturen doch nicht für fünf Pfennig merken kann. Trotz alledem besteht in mir eigentlich ein Verlangen, mal ein Album zu hören, das wirklich aus diesem Bereich kommt und die Adjektive „ruhig“ und „schön“ verdient. Da immer nur Sunny Day Real Estate zu nennen bringt ja auch nichts, denn die gibt es ja einfach nicht mehr. Und The Fire Theft bewegen sich im Langeweile-Faktor nahe bei DCFC und Nada Surf. Aber ich werde auch niemals die Hoffnung aufgeben, dass DCFC oder Nada Surf vielleicht in Zukunft aufwachen und sich t r a u e n.
Seine Macht wird schwächer, aber er ist immer noch sehr einflussreich. Robbie Williams hat eine Ära von Popstars eingeläutet, die es in dieser Form vorher nicht gegeben hat. Man hat ihn so erzogen, dass er eine Echtheit vortäuschen kann, in der er manchmal der Bad Boy ist und manchmal Gefühle zeigt. Das glaubt er ja inzwischen auch selbst. Er glaubt an sein nicht vorhandenes Talent.
Gehen wir 10 Jahre zurück. Robbie Williams steigt bei Take That aus, oder wird ausgestiegen, wie auch immer. Er war Teil einer gecasteten Boyband, darauf trainiert, auf der Bühne herumzuhampeln und die Gefühle 8-16jähriger Mädchen zu erwecken.
Seine Rolle in der Boyband war die des Kaspers, des Rebells, vielleicht war es auch von vornherein geplant, ihn irgendwann aus der Band zu nehmen und solo weitermachen zu lassen.
Er wird - nach Startschwierigkeiten, manchmal muss man dem Erfolg eben ein bisschen nachhelfen - zum massenkompatiblen Superstarspektakel komplett mit Absturzskandalen. Er bleibt Single, heult vor der Kamera um sein verpfuschtes - was er richtig erkannt hat - Leben, spielt weiter Bad Boy und Kasper und schreibt irgendwann seine Autobiografie. Alles voller Lügen Lügen Lügen.
Die Maschinerie seines Managements, die Gehirnwäsche, reicht bis in meinen engsten Freundes- und Verwandtenkreis. Engste Freunde und Verwandte besitzen CDs und lassen sich, wenn sie ihn nicht sogar vergöttern, zu Aussagen wie: „Er ist ein brillanter Entertainer“ herab.
Robbie Williams ist für mich die Versinnbildlichung des falschen Talents, des falschen Entertainments; ein Dieb, der mit seinen Geschäftspartnern den Leuten das Geld aus der Tasche zieht.
Gehen wir 10 Jahre zurück. Robbie Williams steigt bei Take That aus, oder wird ausgestiegen, wie auch immer. Er war Teil einer gecasteten Boyband, darauf trainiert, auf der Bühne herumzuhampeln und die Gefühle 8-16jähriger Mädchen zu erwecken.
Seine Rolle in der Boyband war die des Kaspers, des Rebells, vielleicht war es auch von vornherein geplant, ihn irgendwann aus der Band zu nehmen und solo weitermachen zu lassen.
Er wird - nach Startschwierigkeiten, manchmal muss man dem Erfolg eben ein bisschen nachhelfen - zum massenkompatiblen Superstarspektakel komplett mit Absturzskandalen. Er bleibt Single, heult vor der Kamera um sein verpfuschtes - was er richtig erkannt hat - Leben, spielt weiter Bad Boy und Kasper und schreibt irgendwann seine Autobiografie. Alles voller Lügen Lügen Lügen.
Die Maschinerie seines Managements, die Gehirnwäsche, reicht bis in meinen engsten Freundes- und Verwandtenkreis. Engste Freunde und Verwandte besitzen CDs und lassen sich, wenn sie ihn nicht sogar vergöttern, zu Aussagen wie: „Er ist ein brillanter Entertainer“ herab.
Robbie Williams ist für mich die Versinnbildlichung des falschen Talents, des falschen Entertainments; ein Dieb, der mit seinen Geschäftspartnern den Leuten das Geld aus der Tasche zieht.




Es reicht mir jetzt mit Nena. Sie verbreitet in ihrer aktuellen Single musik- und textmäßig nur Quatsch. Der Text wird teilweise von ihr ziemlich unappetitlich ins Mikro geschmatzt und gehaucht und gesäuselt. Und es gibt, um das Lied zu verlängern, eine Steigerung um einen Halbton, die man normalerweise nur in der Volksmusik oder beim Schlager findet.
Textlich ist das alles eine Katastrophe. Sie schafft es, den ersten Satz „Du guckst mich an...“ so zu singen, als lautete es: Du kotzt mich an. Letzteres würde auf einen folgenden interessanteren Text neugierig machen. „Da scheint die Sonne, da lacht das Leben...“ heißt es in der übernächsten Zeile, was ich nur allzu gern mit den Worten „... wenn sie sich bei XYZ versichern“ vervollständigen würde.
Was Nena über Liebe denkt kommt mir komisch vor.
[Hier hatte ich jetzt angeführt, was genau mir daran komisch vorkam. Aber meine Vorstellungen darüber gehören hier nicht hin. Kann sich ja jeder selber was bei denken.]
Vielleicht doch noch mal 99 Luftballons als Dub-Tech-House-Free-Jazz-Version rausbringen.
Textlich ist das alles eine Katastrophe. Sie schafft es, den ersten Satz „Du guckst mich an...“ so zu singen, als lautete es: Du kotzt mich an. Letzteres würde auf einen folgenden interessanteren Text neugierig machen. „Da scheint die Sonne, da lacht das Leben...“ heißt es in der übernächsten Zeile, was ich nur allzu gern mit den Worten „... wenn sie sich bei XYZ versichern“ vervollständigen würde.
Was Nena über Liebe denkt kommt mir komisch vor.
[Hier hatte ich jetzt angeführt, was genau mir daran komisch vorkam. Aber meine Vorstellungen darüber gehören hier nicht hin. Kann sich ja jeder selber was bei denken.]
Vielleicht doch noch mal 99 Luftballons als Dub-Tech-House-Free-Jazz-Version rausbringen.
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
W.U.: Sagen Sie, Herr Fischer, ist Ihnen bewusst, dass Rivers Cuomo ein viel zu großes Ego hat und die Veröffentlichung von 'Make Believe' am besten niemanden interessieren sollte?
J.F.: Ähm... ich...
W.U.: Ist oder war Ihnen bewusst, dass sich, entgegen vieler Meinungen der Kritiker, meines Erachtens auf Pinkterton kein einzig gutes Stück befindet?
J.F.: Also... da...
W.U.: Herr Fischer, finden Sie es etwa witzig, dass in vielen Discos immer noch das dumme 'Island In The Sun' gespielt wird?
J.F.: Nein... nein... ich...
W.U.: Keine weiteren Fragen.
Joschka Fischer zeigt sich sprachlos angesichts harter Verhörmethoden im Weezer-Untersuchungsausschuß.
[Edit! Nur damit hier nicht der Eindruck entsteht, ich wollte Fischer schlecht dastehen lassen.]
Es geht weiter mit heißen Wortgefechten im Weezer-Untersuchungssausschuss:
J.F.: Sehr geehrter Herr Abgeordneter. Der Alternative-Erlass von 1994 verpflichtete mich dazu...
W.U.: Herr Fischer, ich hatte Sie...
J.F.: Gestatten Sie mir jetzt bitte die Beantwortung Ihrer Fragen. Also. Der Alternative-Erlass von 1994 und die Coolness, ich wiederhole: Coolness des Liedes, wenn ich mich recht erinnere lautet der Titel ‚Undone - The Sweater Song’, verpflichtete mich dazu, auch ‚Buddy Holly’ gutzufinden. Ich konnte mich deswegen nicht entziehen, und das geht auch aus den Akten hervor, ein wohlwollendes Ohr auf ‚Pinkerton’ zu richten.
W.U.: Aber stimmt es nicht, dass Ihnen andere Bands und deren persönlichen Schicksale vollkommen egal waren?
J.F.: Ich muss hier emotional energisch zurückweisen, dass ich mich zu der Zeit nicht um die persönlichen Schicksale anderer Bands gekümmmert habe. Das ist unverschämt! Ich war 1994 auf einem Bad Religion Konzert, ich erstand mehrere, ich betone: MEHRERE! Pavement Alben...
Und so weiter und so fort...
J.F.: Ähm... ich...
W.U.: Ist oder war Ihnen bewusst, dass sich, entgegen vieler Meinungen der Kritiker, meines Erachtens auf Pinkterton kein einzig gutes Stück befindet?
J.F.: Also... da...
W.U.: Herr Fischer, finden Sie es etwa witzig, dass in vielen Discos immer noch das dumme 'Island In The Sun' gespielt wird?
J.F.: Nein... nein... ich...
W.U.: Keine weiteren Fragen.
Joschka Fischer zeigt sich sprachlos angesichts harter Verhörmethoden im Weezer-Untersuchungsausschuß.
[Edit! Nur damit hier nicht der Eindruck entsteht, ich wollte Fischer schlecht dastehen lassen.]
Es geht weiter mit heißen Wortgefechten im Weezer-Untersuchungssausschuss:
J.F.: Sehr geehrter Herr Abgeordneter. Der Alternative-Erlass von 1994 verpflichtete mich dazu...
W.U.: Herr Fischer, ich hatte Sie...
J.F.: Gestatten Sie mir jetzt bitte die Beantwortung Ihrer Fragen. Also. Der Alternative-Erlass von 1994 und die Coolness, ich wiederhole: Coolness des Liedes, wenn ich mich recht erinnere lautet der Titel ‚Undone - The Sweater Song’, verpflichtete mich dazu, auch ‚Buddy Holly’ gutzufinden. Ich konnte mich deswegen nicht entziehen, und das geht auch aus den Akten hervor, ein wohlwollendes Ohr auf ‚Pinkerton’ zu richten.
W.U.: Aber stimmt es nicht, dass Ihnen andere Bands und deren persönlichen Schicksale vollkommen egal waren?
J.F.: Ich muss hier emotional energisch zurückweisen, dass ich mich zu der Zeit nicht um die persönlichen Schicksale anderer Bands gekümmmert habe. Das ist unverschämt! Ich war 1994 auf einem Bad Religion Konzert, ich erstand mehrere, ich betone: MEHRERE! Pavement Alben...
Und so weiter und so fort...
... und endlich, wie ich beim Echo 2005 bewundern durfte, tanzen die doofen Fanta 4 so, wie sie der gute S. schon vor 10 Jahren verarscht hat.
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
In diesem Fall geht es um einen ganz speziellen Abgesang. Es geht um die Playlists von Radiosendern und um deren Wölfe im Schafspelz, kleine leise Songs, die unscheinbar daherkommen, in ihrem Inneren aber das Böse sind.
Dass Scooter oder Schnappi oder ähnliches scheiße sind, weiß jeder, darüber brauch man sich doch nicht immer wieder neu aufregen, aber es schlängeln sich Songs durch Radio, die durch ihre Unscheibarkeit wesentlich grauenvoller wirken:
Patrick Nuo - Girl In The Moon (Wenn Models Musik machen)
Hoobastank - The Reason (Nach "Crawling in the dark" so etwas ?!)
Brian McFadden - Real To Me (Einmal Boyband immer Boyband)
Dass Scooter oder Schnappi oder ähnliches scheiße sind, weiß jeder, darüber brauch man sich doch nicht immer wieder neu aufregen, aber es schlängeln sich Songs durch Radio, die durch ihre Unscheibarkeit wesentlich grauenvoller wirken:
Patrick Nuo - Girl In The Moon (Wenn Models Musik machen)
Hoobastank - The Reason (Nach "Crawling in the dark" so etwas ?!)
Brian McFadden - Real To Me (Einmal Boyband immer Boyband)
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen
Die einzig schlechten Minuten, die es bei der neuen Show von Harald Schmidt bis jetzt gab, waren die, in denen der verwuschelte Kuscheltyp Adam Green seine Qualitäten als respektloser Rotzlöffel zur Schau stellte. Mancherorts nennt man sein Gejaule Antifolk, ich nenne es Antimusik. Mit null Talent kann man schon lange Geld verdienen, wenn man nur frech ist. Man mag Musik, findet aber alles irgendwie scheiße inkl. das eigene Leben und fängt an selber Musik zu machen. Dann ist man ein Adam Green. Falls jemand nun bei Adam Green Blut geleckt hat und sich nun fragt, ob es etwas tieferes gibt als diesen Bengel, dem sei Bonnie Prince Billy und Smog empfohlen. Die haben das alles besser gemacht.
R.E.M. machen eigentlich seit 20 Jahren das, was sie am besten können. Sie klingen nach R.E.M. Jedes neue Album, das R.E.M. rausbrachten, klang erneut nach R.E.M. Da kann man vielleicht nur „Monster“ ausschließen. Ansonsten ist jedes R.E.M. Album eben ein R.E.M. Album. Oder wie Denis Leary so schön sagte, nachdem man seine Band und ihn in der Unplugged Show zurief, er solle doch mal was von R.E.M. covern und seine Band und er anfingen, irgendetwas mit zwei Akkorden in höherer Tonlage zu spielen und er einfach immer wieder sang: R.E.M., R.E.M., R.E.M., R.E.M., R.E.M., R.E.M. ... : "That pretty much covers every song they ever made."
Sicherlich gehört James Newell Osterberg, so sein bürgerlicher Name, zu den Ikonen™ der Rockgeschichte, und wenn man Nirvana mag, dann muss man auch Iggy Pop berücksichtigen bla blubb. Was ich persönlich bis jetzt von Iggy Pop gehört und gesehen habe, lässt mich ziemlich kalt bzw. angeekelt zurück. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie oft ich am Wochenende nachts von irgendwo zurückkam, zu den Zeiten als da noch auf WDR Konzerte ohne Ende kamen – im Rahmen des Rockpalastes – und jedes zweite Mal sah ich einen Auftritt von Iggy Pop, und jedes Mal die gleiche Bewegung von ihm; wie er in engsten Jeans und nacktem Oberkörper von links nach rechts oder rechts nach links über die Bühne lief, die Band im Hintergrund fabriziert irgendeinen verwaschenen Rockmatsch, und er streckt und dehnt seinen Körper, so dass jeder diese hässlichen Venen und Adern sieht, und äfft irgendwas ins Mikro. Das fand ich so dermaßen belanglos und rockspießig, dass ich mich gefragt habe, wann der endlich in den Ruhestand geht.
noch kein Kommentar - Kommentar verfassen

