Wenn ich Gedichte vorgelesen höre, so sträuben sich mir die Haare. Denn was geschrieben ist, kann nicht gesprochen werden, als wäre es vom Sprecher laut selbst gedacht. Dass Geschriebenes Geschriebenes bleibt, auch wenn es laut ausgesprochen wird, vor oder nach dem Schreiben, muss sich jeder Hörbuch- oder Gedichtevorleser klar machen.
02.12.2009, 17:22 / Σχολείο
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KONVOI lebt seit einger Zeit wieder auf, und unlängst ist M. mit eingestiegen, der damals bei TSMT ausgestiegen war/rausgeworfen wurde. Die Geschichte ist also folgende: Im Frühjahr/Sommer 2004 gründen sich KONVOI in der Besetzung F., A. und ich mit dem Bestreben ein paar Aufnahmen zu machen, bis ich dann wegziehe. Es kommt zu den „Städte“-Aufnahmen, wobei nur einer der Songs ein halbwegs kontrollierter ist: Miami. Die anderen sind improvisiert. Es wird ein paar Mal geprobt und dann ist das Ganze auch schon wieder vorbei. Vereinzelt finden in den Jahren danach Jams mit KONVOI statt, aus denen weitere Aufnahmen hervorgehen. Seit dem Sommer 2009 wird wieder regelmäßig geprobt, mit der Prämisse ein wenig hin zum geregelten Songwriting zu gehen. Seit Anfang November ist nun M. festes Mitglied und manchmal läuft es dadurch besser, die Reibungen sind aber auch mehr geworden. Vor allem seit wir echte Songs schreiben wollen, merken wir, dass wir das gar nicht gewohnt sind und daher auch erstmal nicht können. Geplant ist jetzt erst einmal bis Ende Januar, da F. dann für lange Zeit das Land verlässt. Eigentlich wollte ich es vorantreiben, weiter an Songs zu schreiben und zu arrangieren, allerdings fällt es mir schwer, die Zeit mit Songschreiben zu verschwenden, wenn wir eh nicht mehr so viel Zeit haben... Vielleicht doch lieber unsere Improvisationsstärke ausspielen und so viel gutes Material abschöpfen wie es nur geht. Gestern stand dann mehr oder weniger bei einer Listening-Session von A. und mir der Wunsch, alte TSMT-Songs zu rejuvenieren. Nächste Probe abwarten und dann besprechen.
02.12.2009, 12:58 / Probe Objektiv
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Sollte eigentlich schon gestern starten, und heute habe ich auch noch nichts zu sagen, aber schon mal die Erkenntnis gehabt: wenn ich nichts mache, wird das auch nichts. Am 10. Dezember findet das erste Kolloquium statt, und bis dahin muss die Literaturrecherche gelaufen sein, die These (also die Frage) stehen und die Filmauswahl getroffen sein. Titel der Arbeit bis jetzt: Das Licht in den Science-Fiction-Filmen Steven Spielbergs.
Statt anzufangen gestern erst einmal SoF2 weitergespielt, bis zu dem geilen Schweiz-Level, danach eine Rezension zu Pg.Losts neuem Album geschrieben und ansonsten auch nicht viel hinbekommen.
Statt anzufangen gestern erst einmal SoF2 weitergespielt, bis zu dem geilen Schweiz-Level, danach eine Rezension zu Pg.Losts neuem Album geschrieben und ansonsten auch nicht viel hinbekommen.
02.12.2009, 12:22 / Σχολείο
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Wusstest du, dass es Musik gibt, die dafür gemacht ist, dass man sie nicht zuende hört?
23.11.2009, 15:26
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Mit meinem neuen Tintenroller schreib ich als erstes: Tintenroller.
20.11.2009, 13:43
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Das direkt zu Verstehende ist wesentlich ablenkender als das vermittelt - über einen Umweg gehende - zu Verstehende. Versuche ich also mich mithilfe meiner mir gegebenen Sinne auf etwas zu konzentrieren, wird mich die abstraktere Sprache der Musik wesentlich weniger ablenken als leise - und vielleicht auch gar nicht - zu verstehende Stimmen. Obwohl in der Musik auch gesungene Sprache vorkommt, reicht diese Veränderung von Verständlichkeit schon aus, um durchzusickern, durch das Raster des unmittelbar Verstehens zu fallen.
20.11.2009, 13:19 / Σχολείο
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Ich schreibe, wenn ich schreibe.
18.11.2009, 18:12
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Lorenz Engell: Der lustige Film #5 Das verflixte siebte Jahr (The Seventh Year Itch, Billy Wilder, USA 1955) from IKKM on Vimeo.
16.11.2009, 12:18 / Σχολείο
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(Jetzt ist mein Weblog zwar aufgeräumt, aber ja auch irgendwie unvollständig. Ich habe gerade ein ganz komisches Verhältnis dazu.)
14.11.2009, 15:48
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Country?
- Das ist Bob Dylan.
- Das ist Bob Dylan.
12.11.2009, 22:11
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Große Abspeckungswochen: habe gerade 5 MB Bilder (so 200 oder so) gelöscht. Könnten einige Beiträge jetzt einfach leer sein...
12.11.2009, 22:08
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Ach du Scheiße, heute ist ja Karnevalsanfang.
- Ja, und zwar in 10 Minuten.
- Ja, und zwar in 10 Minuten.
11.11.2009, 11:02
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Captain Trips, ich sag's euch.
10.11.2009, 10:08
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Gleichlaufschwankungen.
09.11.2009, 23:59
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Zerstreuen und zusammenführen.
08.11.2009, 17:57
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Jetzt, da ich langsam erkenne, dass der Rest der Welt sich um die anderen Dinge kümmert, die mich interessieren, werde ich mich einzig und allein auf eine Sache konzentrieren, ich verspreche es.
04.11.2009, 18:42
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Lorenz Engell: Der lustige Film - Teil 1: Modern Times (Charlie Chaplin, USA, 1936) from IKKM on Vimeo.
03.11.2009, 13:53 / Σχολείο
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You will have to
28.10.2009, 15:45
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Vor drei Tagen musste ich mal schnell wohin, und immer wenn ich mal schnell wohin muss, für länger auch noch, will ich davor noch lange aufgeschobene Sachen erledigen. Diese komplett bescheuerte Vorgehensweise führt aber dazu, dass ich überhaupt mal was schaffe. Auf jeden Fall war diese Sache das "mal die Nähmaschine ausprobieren". Aufgebaut war sie schon, die Utensilien lagen ebenfalls schon bereit, und versucht einzufädeln hatte ich auch schon mal. Dann war beim Nähen aber immer wieder der Faden gerissen. Auf jeden Fall war ich schon nicht mehr so ganz beim ersten Schritt als ich mich am Sonntag dann kurz vor knapp wieder dran setzte. Ich war die meiste Zeit dann damit beschäftigt, den Garn durch das Nadelöhr zu bekommen, was selbst mit einer Einfädelhilfe nicht so wirklich leicht war. Ich schaute Ewigkeiten auf diese dünne Nadel und das noch dünnere Nadelöhr. Als ich dann die ersten Stiche genäht hatte, war ich überglücklich. Vollkommen cool fand ich die Vorstellung, demnächst selbst was zusammennähen zu können, was immer auch es sei.
Den ganzen restlichen Tag über war ich weg, u.a. auch bei meiner Schwester und meinem Schwager, wo mein Schallplattenspieler nun seit über 6 Jahren gelagert war. Ich wollte ihn wieder mitnehmen, da ich in letzter Zeit immer wieder Lust bekommen hatte, eine Platte aufzulegen, und außerdem The Beatles, Mike Oldfield, Saga, Pink Floyd u.a. mal wieder auf Platte hören wollte. Also nahm ich am Abend den Plattenspieler wieder mit zu mir und bastelte ihn, weil ich es nicht abwarten konnte und obwohl es schon fast Mitternacht war, umständlich an mein Mischpult und an die Erdung usw. Dann legte ich eine Platte auf und es passierte etwas, das mir wirklich körperliche Schmerzen bereitete. Der Tonarm schleifte über die Platte, ohne sie abzuspielen. Also er senkte sich, und anstatt in der Rille zu bleiben, schleifte er einfach mit einem kratzenden Ton über die Scheibe. Ich stellte das Anti-Skating ein, ich stellte die Gewichtsverlagerung ein, nichts half. Irgendwann war mir klar, dass die Nadel abgenutzt sein musste. Sie hatte keine wirkliche Spitze mehr und konnte so die Platte nicht mehr richtig abspielen. Auch die Nähnadel für die Maschine war abgebrochen gewesen und ich hatte neue besorgt, und bei dem Plattenspieler muss ich das jetzt ebenfalls tun. Da war ich dann gestern in einem High-End-Hi-Fi-Geschäft und das war ein Erlebnis ganz besonderer Art. Aber die Geschichte erzähle ich ein anderes Mal. Und so hatte ich mal an einem Tag mit zwei verschiedenen Nadeln zu tun.
Den ganzen restlichen Tag über war ich weg, u.a. auch bei meiner Schwester und meinem Schwager, wo mein Schallplattenspieler nun seit über 6 Jahren gelagert war. Ich wollte ihn wieder mitnehmen, da ich in letzter Zeit immer wieder Lust bekommen hatte, eine Platte aufzulegen, und außerdem The Beatles, Mike Oldfield, Saga, Pink Floyd u.a. mal wieder auf Platte hören wollte. Also nahm ich am Abend den Plattenspieler wieder mit zu mir und bastelte ihn, weil ich es nicht abwarten konnte und obwohl es schon fast Mitternacht war, umständlich an mein Mischpult und an die Erdung usw. Dann legte ich eine Platte auf und es passierte etwas, das mir wirklich körperliche Schmerzen bereitete. Der Tonarm schleifte über die Platte, ohne sie abzuspielen. Also er senkte sich, und anstatt in der Rille zu bleiben, schleifte er einfach mit einem kratzenden Ton über die Scheibe. Ich stellte das Anti-Skating ein, ich stellte die Gewichtsverlagerung ein, nichts half. Irgendwann war mir klar, dass die Nadel abgenutzt sein musste. Sie hatte keine wirkliche Spitze mehr und konnte so die Platte nicht mehr richtig abspielen. Auch die Nähnadel für die Maschine war abgebrochen gewesen und ich hatte neue besorgt, und bei dem Plattenspieler muss ich das jetzt ebenfalls tun. Da war ich dann gestern in einem High-End-Hi-Fi-Geschäft und das war ein Erlebnis ganz besonderer Art. Aber die Geschichte erzähle ich ein anderes Mal. Und so hatte ich mal an einem Tag mit zwei verschiedenen Nadeln zu tun.
28.10.2009, 11:19
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Es gibt eine Band namens "The Sadreams".
28.10.2009, 10:20 / Traumtagebuch
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Ob das schon immer so war?
28.10.2009, 10:15
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Wahrscheinlich wäre es jetzt an der Zeit, zumindest einmal anzufangen den ganzen Rahmen rund um Vocoder-Stimmen in der Pop-Musik aufzumachen (soweit will ich das Thema ja zumindest einschränken). Aber es wird nicht dazu kommen, weil ich das noch nicht so richtig überblicken kann.
Was vor fünf Monaten in diversen 80er-Foren als Suche nach dem "Lied mit Vocoder-Gesang" begann, ist nun mit dem Ergebnis: Paul Vincent "Mann aus Stahl"/"Der Computer" vom Album "Sternreiter" endlich beendet. Ich bin erlöst und mir geht es den Umständen entsprechend gut. Wenn man so will, fing die Suche nach diesem Lied ja eigentlich schon viel früher an als in diesem Mai. Wenn ich sage Suche, dann heißt es ja ebenfalls, dass dieses Lied verloren war. War es auch, auf verschiedenste Arten und Weisen. Zuerst einmal wurde es von meinem Bruder aus dem Radio auf Kassette aufgenommen. Allerdings nur 1 Minute und 34 Sekunden davon. Danach hörte ich diese Kassette bei meinem Bruder wahrscheinlich das eine oder andere Mal. Aber ich hörte sie auch alleine, und die Erinnerung daran ist eine dieser tollen Auf-dem-Sofa-meines-Bruders-sitzen-und-auf-seiner-Anlage-Musik-hören-Erinnerungen. Er hatte einen großen grauen Ghettoblaster mit Radio und Kassettenteil und einer rot leuchtenden Digitaluhranzeige. Danach ist diese Kassette ungehört für wahrscheinlich 7, 8 oder 9 Jahre in einer Kiste verschwunden, bis ich Anfang der 90er Jahre anfing, die alten 80er-Pop-Kassetten meiner Geschwister zu sichern, aus Angst sie würden sie vielleicht irgendwann einmal wegschmeißen. In dieser Zeit hörte ich die Kassetten wieder ein paar Mal. Dann verschwanden sie wieder, bis ich sie so ungefähr 1996 anfing zu "beschriften". Beschriften steht deswegen in Anführungszeichen, weil ich bei 3/4 der Lieder nicht wusste, um welches Lied und um welchen Interpreten es sich handelte. Letzteres war manchmal noch zu erraten, aber ersteres war schon schwieriger. (Sagas "Wind him up" hatte ich z.B. mit "Second hand gone" beschriftet, weil in dem Refrain anscheinend diese Worte zu hören sind, tatsächlich singt Sänger Rob Moratti die Wörter "second hand down") Auch die Kassette mit diesem Lied wurde beschriftet, und wie sich heute herausstellte, hatte ich aus Zufall den richtigen Liedtitel als Fantasietitel gewählt, "Mann aus Stahl". Nachdem diese Beschriftung ca. 1996 erfolgt war, verschwand die Kassette wiederum mehr oder weniger ungehört in meiner Kassettensammlung, vielleicht habe ich sie zwischendurch mal hervorgeholt, aber ich kann mich an kein einziges Mal richtig erinnern. Danach zog ich drei Mal um, in einem Dreieck durch Deutschland und jedes Mal kam diese Kassette mit. Dass sie wieder in meine Aufmerksamkeit getreten ist, verdanke ich dem Umstand, in meinem Badezimmer kein Radio o.ä. gehabt zu haben. Stattdessen schloss ich meinen alten Walkman an kleine Desktop-Boxen an und hörte Kassetten. Eine dieser Kassetten war eben diese alte Sampler-Kassette meines Bruders und ich hörte wieder die 1 Minute und 34 Sekunden dieses Songs. Ich war wie vom Donner gerührt, hatte ich doch in der Zwischenzeit sowohl aktuelle Musik verfolgt, die wie moderne NDW klang, Elektronik, die vermehrt Vocoder-Stimmen einsetzte und lauter theoretisches Zeugs über Pop-Musik gelesen. Dieses Lied war ein ganz klarer maßgeblicher Ziegelstein im Pop-NDW-Elektronik-Stammbaum, dies schien NDW und Kraftwerk zu verbinden, auf höchst künstlerische Weise noch dazu - soweit ich das beurteilen kann. Man hört eine Roland Drum-Machine, leicht angehallte Synthsizer und eine beschwörend neutrale und tiefe zugegeben deutsch-kühl klingende Stimme, die in deutsch und englisch singt und eben in einen Dialog mit einem Vocoder tritt. Ich machte mir keine großen Gedanken darum, herausfinden zu können, von wem das Lied sei, ich würde einfach wie bei den anderen Songs inzwischen auch, die Lyrics heraushören, bei einer Suchmaschine eingeben und die würde mir dann schon den Titel und Interpreten ausspucken. Das erwies sich hier auf zwei Arten als schwierig. Zuerst einmal hatte ich nur 1 Minute und 34 Sekunden dieses Liedes zu Verfügung. Dort wurde zwar gesungen, aber die Worte waren schwer zu erkennen, die auf englisch gesungenen Lyrics konnte man gar nicht heraushören, der Vocoder schien einfach Zahlen aufzusagen, aber bei dem deutschen Text konnte man folgendes heraushören: "Der Computer, Mann aus Stahl, kein Gefühl, ganz egal. Rote Augen, digital. Raumkontrolle, Zeitverlust..." Danach wurde es schwierig mit dem Text. Trotzdem hatte ich gedacht, dass das ja reichen müsste, um zu einem Ergebnis zu kommen. Tat es aber nicht. Keine Suchmaschine spuckte ein Ergebnis aus. Zum ersten Mal gelangte ich an eine Grenze, in der ich meine Unlust nicht ausgleichen konnte. Ich wurde wirklich ein wenig ärgerlich, dass ich jetzt anscheinend keine Chance mehr hatte, herauszufinden, von wem dieses Lied ist. Mein nächster Schritt waren also die Foren und Weblogs von Leuten, die sich mit Musik auszukennen schienen. Ich schrieb Beiträge vor allem in 80er-Foren und dann an Autoren von Weblogs und bekam meine Überlegungen zu dem Stück meistens gespiegelt. Es half mir alles nicht weiter. Ich schickte den Schnipsel ca. 30 Mal herum, u.a. auch an Frank Laufenberg und Peter Illmann. Mitglieder oder Management von D.A.F. konnte ich nur deswegen nicht erreichen, weil die E-Mail-Adresse auf deren Webseite defunct ist. Auf jeden Fall haben wohl einige den Schnipsel gehört und geraten, meistens wurde auf Titel wie "Mann aus Stahl" geschlossen, aber auch das kam zu keinem Ergebnis. Als meine Ideen am Ende waren, gab ich mehr oder weniger auf. Es sollte wohl Musik geben, die nicht identifiziert werden sollte, dachte ich mir. Mir fehlte damit etwas, aber ich begann mich damit abzufinden. Ab und zu schaute ich noch mal in die Foren, ab und zu wollte noch mal jemand den Schnipsel haben, aber nichts passierte. Bis vor ein paar Tagen, als ich nach längerer Zeit wieder in den von mir erstellten Thread eines NDW-Forums schaute. Dort hatte jemand von mir unbemerkt am 11. Oktober einen Beitrag gepostet, indem Interpret und Titel plötzlich vollkommen klar waren. Eine Recherche im Internet ergab schnell, dass der Beitrag recht hatte. Es war und ist Paul Vincent "Mann aus Stahl"/"Der Computer".
Was vor fünf Monaten in diversen 80er-Foren als Suche nach dem "Lied mit Vocoder-Gesang" begann, ist nun mit dem Ergebnis: Paul Vincent "Mann aus Stahl"/"Der Computer" vom Album "Sternreiter" endlich beendet. Ich bin erlöst und mir geht es den Umständen entsprechend gut. Wenn man so will, fing die Suche nach diesem Lied ja eigentlich schon viel früher an als in diesem Mai. Wenn ich sage Suche, dann heißt es ja ebenfalls, dass dieses Lied verloren war. War es auch, auf verschiedenste Arten und Weisen. Zuerst einmal wurde es von meinem Bruder aus dem Radio auf Kassette aufgenommen. Allerdings nur 1 Minute und 34 Sekunden davon. Danach hörte ich diese Kassette bei meinem Bruder wahrscheinlich das eine oder andere Mal. Aber ich hörte sie auch alleine, und die Erinnerung daran ist eine dieser tollen Auf-dem-Sofa-meines-Bruders-sitzen-und-auf-seiner-Anlage-Musik-hören-Erinnerungen. Er hatte einen großen grauen Ghettoblaster mit Radio und Kassettenteil und einer rot leuchtenden Digitaluhranzeige. Danach ist diese Kassette ungehört für wahrscheinlich 7, 8 oder 9 Jahre in einer Kiste verschwunden, bis ich Anfang der 90er Jahre anfing, die alten 80er-Pop-Kassetten meiner Geschwister zu sichern, aus Angst sie würden sie vielleicht irgendwann einmal wegschmeißen. In dieser Zeit hörte ich die Kassetten wieder ein paar Mal. Dann verschwanden sie wieder, bis ich sie so ungefähr 1996 anfing zu "beschriften". Beschriften steht deswegen in Anführungszeichen, weil ich bei 3/4 der Lieder nicht wusste, um welches Lied und um welchen Interpreten es sich handelte. Letzteres war manchmal noch zu erraten, aber ersteres war schon schwieriger. (Sagas "Wind him up" hatte ich z.B. mit "Second hand gone" beschriftet, weil in dem Refrain anscheinend diese Worte zu hören sind, tatsächlich singt Sänger Rob Moratti die Wörter "second hand down") Auch die Kassette mit diesem Lied wurde beschriftet, und wie sich heute herausstellte, hatte ich aus Zufall den richtigen Liedtitel als Fantasietitel gewählt, "Mann aus Stahl". Nachdem diese Beschriftung ca. 1996 erfolgt war, verschwand die Kassette wiederum mehr oder weniger ungehört in meiner Kassettensammlung, vielleicht habe ich sie zwischendurch mal hervorgeholt, aber ich kann mich an kein einziges Mal richtig erinnern. Danach zog ich drei Mal um, in einem Dreieck durch Deutschland und jedes Mal kam diese Kassette mit. Dass sie wieder in meine Aufmerksamkeit getreten ist, verdanke ich dem Umstand, in meinem Badezimmer kein Radio o.ä. gehabt zu haben. Stattdessen schloss ich meinen alten Walkman an kleine Desktop-Boxen an und hörte Kassetten. Eine dieser Kassetten war eben diese alte Sampler-Kassette meines Bruders und ich hörte wieder die 1 Minute und 34 Sekunden dieses Songs. Ich war wie vom Donner gerührt, hatte ich doch in der Zwischenzeit sowohl aktuelle Musik verfolgt, die wie moderne NDW klang, Elektronik, die vermehrt Vocoder-Stimmen einsetzte und lauter theoretisches Zeugs über Pop-Musik gelesen. Dieses Lied war ein ganz klarer maßgeblicher Ziegelstein im Pop-NDW-Elektronik-Stammbaum, dies schien NDW und Kraftwerk zu verbinden, auf höchst künstlerische Weise noch dazu - soweit ich das beurteilen kann. Man hört eine Roland Drum-Machine, leicht angehallte Synthsizer und eine beschwörend neutrale und tiefe zugegeben deutsch-kühl klingende Stimme, die in deutsch und englisch singt und eben in einen Dialog mit einem Vocoder tritt. Ich machte mir keine großen Gedanken darum, herausfinden zu können, von wem das Lied sei, ich würde einfach wie bei den anderen Songs inzwischen auch, die Lyrics heraushören, bei einer Suchmaschine eingeben und die würde mir dann schon den Titel und Interpreten ausspucken. Das erwies sich hier auf zwei Arten als schwierig. Zuerst einmal hatte ich nur 1 Minute und 34 Sekunden dieses Liedes zu Verfügung. Dort wurde zwar gesungen, aber die Worte waren schwer zu erkennen, die auf englisch gesungenen Lyrics konnte man gar nicht heraushören, der Vocoder schien einfach Zahlen aufzusagen, aber bei dem deutschen Text konnte man folgendes heraushören: "Der Computer, Mann aus Stahl, kein Gefühl, ganz egal. Rote Augen, digital. Raumkontrolle, Zeitverlust..." Danach wurde es schwierig mit dem Text. Trotzdem hatte ich gedacht, dass das ja reichen müsste, um zu einem Ergebnis zu kommen. Tat es aber nicht. Keine Suchmaschine spuckte ein Ergebnis aus. Zum ersten Mal gelangte ich an eine Grenze, in der ich meine Unlust nicht ausgleichen konnte. Ich wurde wirklich ein wenig ärgerlich, dass ich jetzt anscheinend keine Chance mehr hatte, herauszufinden, von wem dieses Lied ist. Mein nächster Schritt waren also die Foren und Weblogs von Leuten, die sich mit Musik auszukennen schienen. Ich schrieb Beiträge vor allem in 80er-Foren und dann an Autoren von Weblogs und bekam meine Überlegungen zu dem Stück meistens gespiegelt. Es half mir alles nicht weiter. Ich schickte den Schnipsel ca. 30 Mal herum, u.a. auch an Frank Laufenberg und Peter Illmann. Mitglieder oder Management von D.A.F. konnte ich nur deswegen nicht erreichen, weil die E-Mail-Adresse auf deren Webseite defunct ist. Auf jeden Fall haben wohl einige den Schnipsel gehört und geraten, meistens wurde auf Titel wie "Mann aus Stahl" geschlossen, aber auch das kam zu keinem Ergebnis. Als meine Ideen am Ende waren, gab ich mehr oder weniger auf. Es sollte wohl Musik geben, die nicht identifiziert werden sollte, dachte ich mir. Mir fehlte damit etwas, aber ich begann mich damit abzufinden. Ab und zu schaute ich noch mal in die Foren, ab und zu wollte noch mal jemand den Schnipsel haben, aber nichts passierte. Bis vor ein paar Tagen, als ich nach längerer Zeit wieder in den von mir erstellten Thread eines NDW-Forums schaute. Dort hatte jemand von mir unbemerkt am 11. Oktober einen Beitrag gepostet, indem Interpret und Titel plötzlich vollkommen klar waren. Eine Recherche im Internet ergab schnell, dass der Beitrag recht hatte. Es war und ist Paul Vincent "Mann aus Stahl"/"Der Computer".
25.10.2009, 10:10 / Archäologie der Songs
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Nachdem ich gestern zum ca. 10. Mal in den Keller gegangen bin, um Sachen aufzuräumen, umzuräumen, auszumisten, hochzuholen etc., habe ich nun verstanden, dass es an der Zeit ist sich von Sachen zu trennen, die man für unentbehrlich gehalten hat. Und damit meine ich nicht einmal geerbte oder lieb gewonnene oder im Gedächtnis sofort antreffbare Dinge, ich meine Papierschnipsel mit Notizen, kaputte und leere Stifte, Ordner, also alles was mal bei der Koordination von Gedanken geholfen hat. Diese Schnipsel sind natürlich insofern unentbehrlich, als dass sie Gedanken festgehalten haben, meine oder die meiner Freunde oder Geschwister, sie sind im Prinzip die dunklen Zwerggehilfen der Tagebücher. Foucault hätte wahrscheinlich gesagt: nicht wegschmeißen! Foucault hätte diese Schnipsel für die eigentlichen Belege meiner Vergangenheit gehalten, da meine Tagebücher ja nur das festgehalten haben, was ich selber entschieden habe, und das sagt gar nichts. Das, was man verschwinden lassen will, ist das, was die Wahrheit sagt. However, manche von diesen Schnipseln sind unsortiert, manche sogar angegammelt, aber auf jeden Fall nehmen sie Platz weg und sie nerven mich. Ich habe gestern entschieden, dass ich mich davon trennen muss, aber nur, nachdem ich sie noch ein einziges Mal angeschaut habe. Aber wo ich das jetzt hier so aufschreibe, bin ich mir gar nicht mehr so sicher, ob ich sie dann wirklich wegschmeißen kann.
25.10.2009, 09:24
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